Kategorie:NVA der DDR

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DDR.gif

Die Rolle der SED

Nach Artikel 1 der Verfassung der DDR stand der SED die führende Rolle zu. Diese nahm sie auch bei der NVA wahr und gab vor, wie diese auszurichten war. Gegner war die NATO, Waffenbruder die UdSSR.

Die Militärpolitik der Partei ist erfolgreich.jpg
"Proletarischer Internationalismus und sozialistischer Patriotismus, Freundschaft mit der
Sowjetunion, militärische Meisterschaft und eiserne Disziplin, Liebe zum werktätigen Volk
und Treue zu den kommunistischen Idealen -
das sind die wertvollsten Eigenschaften der Verteidiger des Friedens, des Sozialismus und
Kommunismus."



Programm der SED

Der Auftrag

Alles für den Schutz der Arbeiter- und Bauernmacht.jpg

Musterung 1985

1985 trudelten diese Karten ein und trafen bis ins Mark.........Nichts konnte man machen, die VP hätte einen sonst zugeführt. Mit etlichen anderen armen Schweinen musste man sich mustern lassen, was ziemlich schnell ging. Natürlich befanden sie einen für tauglich, was sonst. Damit war der Gang in die Kaserne vorprogrammiert, Scheiße!!!

Kasernen

Soldaten der NVA

Wer jemals gedient hat, weiß, was es heißt, in die Kaserne einzurücken. Zu meiner Zeit hieß es immer: „Am Tor gibst du dein Gehirn ab. Wenn du in den Urlaub fährst, holst du es wieder ab!“ In diesen Worten steckt alles an Wahrheit drin. Du wirst in der Grundausbildung einer Gruppe zugeteilt, an deren Spitze ein Unteroffizier steht, der dir die Befehle gibt, die du auszuführen hast. Dabei frage lieber nicht, ob der Befehl sinnvoll ist, das könnte schwerwiegende Folgen haben. Auch rumzumotzen bringt nichts, du bekommst nur Ärger. Ein gut gebautes Bett für den Stubendurchgang hat oberste Priorität. Putze deine Stiefel ordentlich, damit der Uffz dich nicht anschnauzen kann. Wasche deine Kragenbinden immer, denn die werden kontrolliert. Du musst auch immer deine Ausrüstung warten und denke dran, ein wenig Dreck in der Knarre kann der Ausbund werden, wenn jemand in der Waffenkammer dies bei der Kontrolle feststellt. Acht darauf, dass dein Spind immer ohne Beanstandung ist und lege deine Unterwäsche auf den Milimeter genau zusammen. Sei kein Weichei, wenn es auf der Sturmbahn an die Eskaladierwand geht und bemühe dich rüberzukommen. Lass das Gebrülle des Uffz an dir abgleiten. Gewöhne dir Durchhaltewillen an, wenn marschiert wird und das über zig Kilometer. Verbeiße dir den Schmerz an den Füßen und vergiss die Blasen. Wenn geschossen wird, ziele genau. Denke daran, dass der Uffz dein Herr ist und achte auf seine Kommandos genau, wenn im Gleichschritt marschiert wird.

Umtrunk

Zeige Kadavergehorsam beim Drill und bemühe dich beim Bajonettieren, das Seitengewehr an der richtigen Stelle anzusetzen. Blende den Wunsch nach einer ruhigen Minute aus, aber genieße es, wenn dein Herr eine Raucherpause anordnet. Grüße militärisch exakt und bete jeden Offizier an, denn der ist ein göttergleiches Wesen. Bemühe dich um die korrekte Erfüllung jeden Befehls, damit du nicht in den Armeeknast kommst oder vors Kriegsgericht. Halte deine Stube und die Latrinen sauber. Säubere Außenrevier und Waschraum, auch wenn es Stunden dauert. Wenn es ins Feldlager geht, verrichte deine Notdurft auf dem Donnerbalken. Ertrage die Kälte nachts und ziehe alles an, was du dabei hast. Halte beim Härtetest durch, denn da geht es auf eine 25-Kilometer-Schleife. Iss deinen Fraß aus dem Kochgeschirr unter freiem Himmel und freue dich, wenn der UVD frühs die Nachtruhe beendet. Du musst mit freiem Oberkörper in die Kälte zum Dauerlauf, damit du warm wirst. Mache deine Liegestütze auf den Fäusten, das macht hart. Rasiere dich dann mit kaltem Wasser im Waschzelt, es macht nichts, wenn du dich dabei schneidest. Mit ordentlicher Rasur gewinnen wir jeden Krieg. Kippe nicht um, solltest du ein Schützenloch ausheben, es wird dich schützen, wenn ein Panzer darüber rollt, es sei denn, er dreht sich über dir und zermalmt dich mit seinem Gewicht, das Vaterland wird es dir schon danken. Verschwende keine Gedanken an deine Lieben daheim, sie können dir eh nicht helfen. Der Uffz, dein Herr, ist jetzt deine Leitfigur, marschiere, und wenn du dabei dein Leben verfluchst, es nützt nichts. Wirst du mal krank, dann kommst du ins Lazarett und kannst im Bett Haltung annehmen. Hasse den Feind, du musst ihn eines Tages mit dem ersten Schuss erledigen, sonst erledigt er dich. Pflege deine Fingernägel, die Krallen musst du beim Morgenappell herzeigen, dann geht das Gebrülle von vorne los. Trage die Haare ganz kurz. Kenne die Lieder deiner Truppe gut, guter Gesang erleichtert jeden Marsch, dein Uffz aber wird dir jede Stimmritze öffnen und das beim Strafexerzieren, wenn du keine Lust auf Gesang hast. Zeige mitten in der Nacht gegen drei Uhr dein Geschlechtsteil dem Sani. Du wirst vollgesaut, sollte was dran auszusetzen sein. Vermeide Süff in der Waschtasche, denn sonst könnten dort drin Guppys gezüchtet werden und das geht doch nicht. Trage deine Uniform mit Stolz, sie weist dich im Ausgang und im Urlaub als Soldaten aus. Trinke aber nicht so viel, wenn du die Kaserne mit deinen Kameraden verlässt. Kommt mal ein Paket mit Liebesgaben aus der Heimat auf deine Stube, dann teile alles mit deinen Stubenbewohnern. Sei wachsam, steht du auf Wache als Posten mit Knarre und schlafe nicht ein, auch wenn es dir die Augen zuzieht. Und liebe deine Waffe wie dich selbst. Ehre und achte die Kameraden, die schon länger dabei sind, du musst ihre Schikanen über dich ergehen lassen, denn sie haben großen Einfluss. Irgendwann wirst du selbst ein EK sein und dann kannst du als „freier“ Mann ins Zivilleben zurück, oder aber, sie schicken dich in den Krieg.






Soldatenstube für 8 Mann

Soldatenstube 22.00 Uhr Nachtruhe-Stubendurchgang

Die Vereidigung

Vereidigung

ICH SCHWÖRE

Der Deutschen Demokratischen Republik, meinem Vaterland; allzeit treu zu dienen und sie auf Befehl der Arbeiter-und-Bauern-Regierung gegen jeden Feind zu schützen.

ICH SCHWÖRE

An der Seite der Sowjetarmee und der Armeen der mit uns verbündeten sozialistischen Länder als Soldat der Nationalen Volksarmee jederzeit bereit zu sein, den Sozialismus gegen alle Feinde zu verteidigen und mein Leben zur Erringung des Sieges einzusetzen.

ICH SCHWÖRE

Ein ehrlicher, tapferer, disziplinierter und wachsamer Soldat zu sein, den militärischen Vorgesetzten unbedingten Gehorsam zu leisten, die Befehle mit aller Entschlossenheit zu erfüllen und die militärischen und staatlichen Geheimnisse immer streng zu wahren.

ICH SCHWÖRE

Die militärischen Kenntnisse gewissenhaft zu erwerben, die militärischen Vorschriften zu erfüllen und immer und überall die Ehre unserer Republik und ihrer Nationalen Volksarmee zu wahren. Sollte ich jemals diesen meinen feierlichen Fahneneid verletzen, so möge mich die harte Strafe der Gesetze unserer Republik und die Verachtung des werktätigen Volkes treffen.  

Im Leben des Soldaten kommt der Tag, wo man vereidigt wird. Ist der Eid erst geschworen, ist man an diesen angenagelt. Jedem Befehl ist unbedingt Folge zu leisten, egal ob dieser sinnvoll ist oder jeder menschlichen Logik entbehrt. Und in einer Diktatur ist es besonders schlimm. Im Fahneneid der NVA ist sogar harte Strafe angedroht für den Fall, dass man nicht spurt. Selbst im Fahneneid der Deutschen Wehrmacht fehlen solche Formulierungen. In der Praxis bedeutet so ein Schwur den Befehlsnotstand. Man kann sich lebhaft vorstellen, was es bedeutete, wenn Hitler das Halten bis zur letzten Patrone befahl und eine ehrenhafte Kapitulation, siehe Stalingrad im Januar 1943, verbot!!! Nach der Vereidigung ging dann die Grundausbildung weiter mit allen Härten, die ich bereits an anderer Stelle geschildert habe. Waren dann die paar Wochen rum, begann der normale militärische Dienst in einer Einheit, je nachdem, wo man hinkam. Besonders unbeliebt war der Einsatz an der innerdeutschen Grenze bis zum 9.11.1989, denn jeder Grenzer musste den

erste Rekrutenvereidigung 30.4.1956

Schießbefehl der politischen Führung umsetzen.Und das bedeutete auch, u.U. einen Republikflüchtling mit der Waffe an seiner Flucht zu hindern. Dass dabei jemand die Kugeln nicht in die Beine bekam, sondern anderswo hin, nahm man bewusst in Kauf. Heute sind bei der Bundeswehr „Staatsbürger in Uniform“ gefragt und das ist schon was anderes.

1956 kamen die ersten Freiwilligen zur NVA. Erst später schuf man die allgemeine Wehrpflicht, die alle jungen Männer bis 26 unter Druck setzte. Mein Vater, Fritz Keilhack, war damals dabei, leider.




Truppenparade

Parade zum Republikgeburtstag am 7.10.

Jährlich hielt die NVA ihre Truppenparade zum Republikgeburtstag am 7.10. in Ostberlin ab. Die Bevölkerung ging zu dieser Pflichtveranstaltung in der DDR und das Fernsehen übertrug die Ereignisse. Marschiert wurde im Gleich- bzw. Stechschritt und es war schon beeindruckend, wenn die Soldaten dieses Spektalel zum Schutz der Arbeiter- und Bauernmacht aufführten. In den Schulen sang man das Lied `Soldaten sind vorbeimarschiert im gleichen Schritt und Tritt`.








SAZ

Erinnerung an 1094 sinnlose Tage

Soldaten auf Zeit wurden schon in der DDR gesucht. Die, die es machten bzw. machen mussten, dienten drei Jahre entweder bei den Grenzern, bei den MOT-Schützen usw. Wer etwas ganz bestimmtes studieren wollte, musste sich als SAZ verpflichten, sonst war diese Karriere verbaut.
Da können manche heute im Westen den Kopf schütteln, wie sie wollen, es war eben bei uns so und dagegen konnte man nichts machen. Wehrdienstverweigerung galt als Staatsverbrechen überhaupt. Man bekam die Aufforderung zur Musterung zugeschickt und musste antreten.
War man tauglich, kam irgendwann der Einberufungsbefehl. Es ging in die Kasernen zur Grundausbildung wie schon an anderer Stelle beschrieben, in der Regel kamen acht Mann auf eine Bude und man stellte fest, wer aus welchem Teil der Republik kam. Und man stellte fest, wie viele Tage genau der Irrsinn ging. Am Anfang stand man ganz unten in der Hierarchie und musste sich denen in der EK-Bewegung beugen, die schon länger dabei waren.
Am schlimmsten waren die Entlassungskandidaten, die kurz vor dem Ende ihrer Dienstzeit standen. Aber man konnte sich darauf freuen, irgendwann auch einmal soweit zu sein. Die Leute malten dann ihre Maßbänder und schnitten sie an bzw.
sie ließen sie mit Aufwand von den Spunden oder so genannten Sprallärschen anschneiden. Viele SAZ besuchten eine Unteroffiziersschule und waren dann der Ausbilder einer Gruppe bzw. Gruppenführer. Auch eine Dienstzeit bei anderen bewaffneten Organen der DDR war möglich.








Alkohol

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Man kann ihn verteufeln, wie man will. Seinerzeit, in den dunklen Tagen von Kaserne und Ausbildung und Dienst, wurde er getrunken. Natürlich war er streng verboten, trotzdem wurde er hineingeschmuggelt mit dem Risiko, entdeckt zu werden.
Die Leute haben dann die Pulle reihum gehen lassen und die ganze Scheiße wurde erträglicher. War die Flasche leer, musste sie entsorgt werden. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass sie mit Effet aufs Kasernendach gewuchtet wurde. Oder sie wurde in Zeitungspapier gewickelt und zerschlagen.
Schlimm waren die Ausgänge, wenn in irgendwelche Kneipen eingerückt wurde. Mitunter wurde richtig gesoffen, um die Scheiße zu vergessen. Wer dann volltrunken war, wurde von den Kameraden wieder mit in die Kaserne geschleift. Der nächste Morgen war dann immer grausam, vor allem wenn es an körperlich harte Sachen ging wie z.B. beim 3000 m – Lauf.
Die Fahrt in einen Urlaub begann mit dem Kauf von Bier und Schnaps am Bahnhof. Bis zum Ziel waren es Stunden und wer gemeinsam fuhr, soff sich den Frust von der Seele. Wer nicht dabei gewesen ist und nicht gedient hat, möge sich ein Urteil verkneifen. Der Alkohol jedenfalls hat damals in den Stunden des Eingesperrtseins manches übertüncht und leichter gemacht.








Verpflegung

Essen fassen

Fotografieren

Es war strengstens untersagt, innerhalb der militärischen Einrichtung Schnappschüsse zur Erinnerung zu machen. Die Offiziere waren in der Hinsicht paranoid, denn es herrschte die Auffassung, dass unter Umständen militärische Geheimnisse an den Klassenfeind gelangen könnten. Auch hier wurde sich über das Verbot hinweggesetzt. Allerdings gibt es nicht die Bildfülle wie aus anderen Etappen der Geschichte. Im Urlaub wurde dann in der Heimat ein Foto gemacht und ich weiß noch, dass im Weihnachtsurlaub 1985 vorm Christbaum fotografiert wurde. Heute mutet das alles eher lächerlich an, aber damals war es eben so.

„Die Freunde“

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So lautete die Bezeichnung für die Waffenbrüder aus der ruhmreichen Sowjetunion. Überall in der DDR hatten deren Soldaten ihre Kasernen.Wenn man sie besuchte oder daran vorbeifuhr, sah man, wie verwahrlost alles war. Da wuchsen schon mal halbe Bäume und Gras aus der Dachrinne. Schlimm war die Unterbringung der Sowjetsoldaten, die hier drei Jahre lang dienen mussten.
Da gab es nicht den Hauch einer Privat- oder Intimsphäre und die Soldaten wurden noch viel schlimmer malträtiert als unsere Jungs. Viele von ihnen sind durchgedreht und mit Waffen getürmt. Von den Oberen hatten sie keine Gnade zu erwarten. Die DDR-Staatsorgane sperrten ab und die Russen griffen sich die Deserteure. Mit Sicherheit wird man sie liquidiert haben.
Wer bei uns gedient hat, hat u.U. auch mal das „Regiment von nebenan“ besuchen dürfen, die Freundschaft war von oben verordnet und vielleicht kann sich mancher daran erinnern, wenn die armen Teufel wieder in ihre Heimat verabschiedet wurden.
Gut gefallen hat es bei uns den sowjetischen Offizieren, zu Hause hatten sie nicht so einen Luxus wie in der DDR. Sie wohnten mit ihren Familien auf dem Gelände irgendeiner Kaserne. Die sowjetischen Truppen haben ganze Gebiete mit ihrer Munition verseucht und dann wurde aufgeatmet, als Jelzin die letzten Soldaten nach Russland geholt hat. Verbündet mit der DDR waren auch die anderen Länder des so genannten Warschauer Paktes. Bei einer Konfrontation zwischen den Militärblöcken unter Einsatz von Kernwaffen wäre Europa vernichtet worden. Und bei uns gab es damals den Spruch:
„Wir brauchen nur 5 Minuten die Stellung zu halten, dann sind die Russen da!“
Das sagt alles über die Rolle unserer NVA im Ernstfall. Die Planungen der Sowjets sahen übrigens vor, im Kriegsfall in 48 Stunden am Rhein zu sein. Man kann sich vorstellen, wie die NATO geantwortet hätte, Deutschland wäre atomares Schlachtfeld geworden!!!

Tabak

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Zu Kaisers Zeiten gab es Zigaretten, Zigarren und Kautabak mit der Verpflegung. Tabak war einfach für die Soldaten wichtig, denn da konnten sie den ganzen Frust mit den Schwaden davonpusten. Zu DDR-Zeiten wurde natürlich genauso gequalmt. Angefangen hat es in der Grundausbildung und da war es geradezu eine Wohltat, wenn dein Herr, der Uffz, eine Raucherpause angeordnet hat. Geraucht wurden damals hauptsächlich die Sorten „F6“, „Juwel“ oder „Club“. Das Zeug war billig, vergleicht man das mit den unverschämten Preisen heute.
Wer ganz starkes Kraut brauchte, kaufte „Caro“ und zog den Dunst ohne Filter ein. Wenn es mal in den Ausgang ging, nahm man schon mal eine Luxuszigarette der Marke „Duett“. Schlimm war es, wenn alle acht Mann auf einer Bude quarzten, da konnte man die Luft in Scheiben schneiden.
Auf Wache wurde natürlich auch geraucht, es ging einfach nicht ohne Tabak, denn drei Stunden auf Posten waren lang. Man durfte sich eben nicht erwischen lassen und es musste sich überlegt werden, wo man die Schachtel deponiert. Die Kontrolle durch den Wachhabenden oder einen Offizier konnte wie aus dem Nichts zuschlagen.
Manchmal wurde so stark geraucht, dass die Fingerspitzen richtig gelb wurden. Ja, und heute ist es ja so leicht, alles schnell und pauschal zu verurteilen. Damals war es eben einfach nur so. Kaum einer rauchte nicht und über Langzeitfolgen hat während der Soldatenzeit keiner nachgedacht, die Kippe war wie ein Stück zum daran festhalten, es entspannte, vertrieb die Zeit und beruhigte. Schwamm drüber und fertig.









Vormilitärische Ausbildung

Sie begann noch während der Schulzeit mit dem Wehrunterricht. Verhaltensmaßnahmen bei einem Atomschlag wurden ebenso gelehrt wie das Schießen mit Luftgewehr auf Scheibe sowie das Anlegen von Verbänden bei Verwundeten. Nicht zu vergessen ist die ideologische Schulung, z.B. beim FDJ-Studienjahr, wo man das „Abzeichen für gutes Wissen“ in Gold, Silber oder Bronze erwerben konnte bzw. musste. Der so genannte Klassenfeind war unser Gegner.
Natürlich haben die Leute das alles als Schwachsinn empfinden, aber dagegen aufzubegehren, war unmöglich. Die DDR-Oberen verboten sogar die Friedensbewegung unter dem Namen „Schwerter zu Pflugscharen“. Die Sticker, die jemand sich aufnähen ließ, wurden demonstrativ abgerissen. Jeder Junge musste irgendwann ins Wehrlager.
Bei mir war dies in der 11. Klasse der Fall, als es 2 Wochen in den Sommerferien nach Schirgiswalde ging. Man traf sich auf dem Bahnhof und zusammen mit dem Sportlehrer als Kommandeur der Hundertschaft ging es los. Die GST, also die „Gesellschaft für Sport und Technik“ trug die Verantwortung. Jeder hatte eine GST-Uniform mit Käppi und Koppel und es wurde in eine regelrechte Kaserne eingerückt. Unser Sportlehrer hatte die Wahnvorstellung, beste Hundertschaft zu werden, dementsprechend ging es zu Strich. Man wurde mit 7 anderen armen Schweinen auf eine Stube gesteckt, Spinde wurden eingeräumt, Betten wurden im Karomuster bezogen und es wurden Stubendurchgänge durchgeführt.
Am schlimmsten war die Sturmbahn, wo man angebrüllt wurde, wenn man nicht über die Eskaladierwand kam. Auch Geländemärsche gab es und man lernte den Umgang mit der Gasmaske. Geschossen wurde mit der Kalaschnikow, allerdings im Kleinkaliberformat. Das Essen war Scheiße und unter dem Kommando des Sportlehrers wurde stundenlang exerziert und marschiert. Kam der Befehl „Ein Lied“ wurde gesungen, in der Regel „Spaniens Himmel breitet seine Sterne“.
Das kann ich heute noch im Schlaf. Ein einziges Mal durften wir in den 2 Wochen in den Ausgang. Die Schinderei werde ich mein Leben nie wieder vergessen, sie bereitete darauf vor, dann irgendwann die Wehrdienstzeit zu beginnen, bei mir war dies ein Jahr später. Niemanden steht darüber ein Urteil zu, schon gar nicht den Leuten im Westen, die hatten Glück, in einem freien Land zu leben. Hier aber durfte man nicht anecken und man musste sich anpassen, wenn man bestimmte Vorstellungen von seiner Zukunft hatte und genau die konnten sie einem verbauen, wenn sie wollten.
Wenn wir dies alles nicht in Erinnerung halten, wie es war, wird es vergessen werden und ich behaupte, die wenigsten der jungen Leute wissen davon. Also, mein „Bedarf“ an so etwas ist für alle Ewigkeit gedeckt!!!

Ausbildung

Zur Ausbildung gehörte das Überwinden der Sturmbahn. Man hatte die Schnauze gestrichen voll, wenn dies am Dienstplan stand. Gleich am Anfang war das Seil, das man auf diesem überwinden musste. Im Galopp ging es über den Splittergraben und dann kam die Eskaladierwand. Als nächstes musste man durch das Kriechhindernis und über einem war Stacheldraht gespannt. War man da durch und hatte den Mund voll Sand kam der Fuchsbau, eine Art lange Röhre unter der Erde. Ein Kletterhindernis stand dann vor der Häuserwand, siehe Bild, und man setzte schließlich am Ende der Bahn die Gasmaske auf, um eilends auf Sandboden zum Start zurückzukehren. Wer dick und unsportlich war, blieb wie "ein nasser Sack" an der Bretterwand hängen und musste sich vom Uffz vollbrüllen lassen.

Politunterricht

Verteidigungsminister der DDR

Verteidigungsminister der DDR Armeegeneral Heinz Hofmann

Erich Honecker

Erich Honecker
Der Schutz des Friedens und des sozialistischen Vaterlandes, die Verteidigung der Deutschen Demokratischen Republik
sind Recht und Pflicht eines jeden Bürgers.

- Erich Honecker, Generalsekretär des Zentralkomitees der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR
Vom Sinn des Soldatseins

Der erste März

Jedes Jahr war am 1.3. „Tag der Nationalen Volksarmee“. Da wurden unsere Volksarmisten entsprechend geehrt und in der Öffentlichkeit gewürdigt. Soldaten bekamen von Pionieren Blumen und diese zeigten den Kindern die Waffen. Es war im Grunde eine Inszenierung und lächerlich. Es wurde wieder und wieder auf die Unverzichtbarkeit unserer Armee hingewiesen, ihre Rolle für den Schutz der sozialistischen Heimat, die von den imperialistischen Streitkräften der NATO bedroht würde, hervorgehoben. Erinnern kann ich mich noch an ein Lied von damals: „Soldaten sind vorbeimarschiert im gleichen Schritt und Tritt...“ Und irgendwann wären auch einmal die Kinder Soldaten, bereit „Für den Schutz der Arbeiter- und Bauernmacht“. Und in dieser Armee dienten so gut wie alle, wer aus Gewissensgründen keine Waffe anfassen wollte, kam zu den „Bausoldaten“ und erlebte sein blaues Wunder.

30 Jahre DDR 1979

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Reservisten

Reservist wurde man mit dem Tag der Entlassung. Jeder erhielt ein Tuch, auf dem kreisförmig die Bezirke der DDR aufgedruckt waren. Hier ließ man dann seine Kameraden unterschreiben, sozusagen als Erinnerung. Das Reservistentuch kam nun um den Hals und an zwei Zipfeln wurde unten die Reservistenmedaille befestigt. Diese Medaille ist heilig, denn sie ist Beleg dafür, dass man gedient hat. So etwas schmeißt man nicht einfach weg. Sie wurde im Ordensschächtelchen überreicht und nachdem man seine ganze Ausrüstung abgegeben hatte, wurde man aus der Kaserne als „Resi“ entlassen. Und das war nach gedienten Monaten oder Jahren ein Höhepunkt im Leben. In Russland ist es übrigens bis heute so, dass man nur dann als Mann gilt, wenn man seinem Vaterland gedient hat. Nach der Militärzeit musste man damit rechnen, zu Reservistenübungen herangezogen zu werden. Bei mir dauerte das keine paar Monate und es ging zum Schießen. Geblüht hätte einem noch, ausgebildet zu werden in einem Lager zum Unterleutnant der Reserve. Gott sei dank kam die Wende 1989 / 1990 und diese sinnlose Scheiße fiel aus. Auf alle Fälle sind alle, die seinerzeit in der DDR gedient haben, heute Reservisten der Bundeswehr. Diese hat im Logo das Eiserne Kreuz auf schwarz-rot-goldenem Untergrund, die gleichen Farben zieren neben dem Staatswappen der DDR die Reservistenmedaille. Wäre Verteidigungsfall, müssten die Reservisten auch zur Waffe greifen, um das Vaterland zu verteidigen, wenn dies der Bundestag feststellt. Dann ginge auch die Kommandogewalt, siehe Grundgesetz, auf den Bundeskanzler über. Wollen wir gemeinsam hoffen, dass dies nie passiert, aber nach dem 11.9.2001 gab es erstmalig in ihrer Geschichte den Verteidigungsfall für die NATO. Nur deswegen sind deutsche Soldaten mit ihren NATO-Partnern in diesem Drecksafghanistan........

Bausoldaten

Wer aus welchen Gründen auch immer keine Waffe anfassen wollte, wurde zu den Bausoldaten eingezogen. Sie galten als renitent und im Grunde als Staatsfeinde oder als „Pfeifen“ und Versager. Aber es gehörte großer Mut dazu, sich zu verweigern. Diese Leute wurden dann auch während ihres Soldatseins entsprechend behandelt, sie mussten schlimme Arbeiten verrichten und hatten bezüglich Urlaub und Ausgang keine großen Ansprüche. Wer generell den Wehrdienst verweigerte, kam in den Knast. Gott sei Dank gibt es heute diese Drangsalierung durch den Staat nicht mehr!!!


Berufsoffizier

Berufsoffiziersausbildung.jpg

Kampfpanzer

Raketenwerfer

Im letzten Weltkrieg setzte die Rote Armee die so genannte `Stalinorgel` ein. Der bei der Wehrmacht gefürchtete Raketenwerfer verschoss unter ohrenbetäubendem Geheul mehrere Raketen. Spitzname dieser Waffe wurde `Katjuscha`. Die `Katjuschas` waren bis in die achtziger Jahre hinein im Einsatz.

Raketeneinheiten

chemische Abwehr

Luftverteidigung

Luftstreitkräfte

Volksmarine

Infanterie

NVA-Infanteristen.jpg

Mot. Schützeneinheiten

Mot. Schützeneinheit.jpg

Handfeuerwaffen

Die berühmte Kalaschnikow war Standardbewaffnung für die Infanterie aller Armeen des Warschauer Paktes. Sie funktionierte immer einwandfrei. Ihr Aufbau ist einfach. Ins Magazin passen 30 Patronen. In der Magazintasche, die zur Ausrüstung gehörte, waren drei Magazine, so dass man im Einsatz oder auf Wache 90 scharfe Schuss hatte. Das Auseinandernehmen der Waffe beim Waffenreinigen beherrsche ich heute noch im Schlaf. Bis zum heutigen Tag ist die Kalaschnikow in unterschiedlichen Variationen überall auf der Welt im Einsatz.

Grenztruppen der DDR

Kübelwagen

Der unverwüstliche Trabant war auch bei der NVA im Einsatz, hier als Kübelwagen, z.B. bei den Grenztruppen der DDR.

Wehrdienstausweis und Erkennungsmarke

Das Koppel

Koppel für Felddienstuniform

Zur Einkleidung bekam man am ersten Tag auch das Koppel für die Felddienstuniform.
An ihm wurde das Bajonett getragen sowie die Magazintasche für die Waffe. Außerdem konnten daran im Ernstfall Handgranaten befestigt werden.
Das Tragegestell für das Sturmgepäck fand ebenso daran Halt. Mit dem Koppelschloss ließen sich übrigens hervorragend Bierflaschen öffnen...
Das zu lange Ende wurde einfach abgeschnitten und die Schnittstelle mit einer offenen Flamme angekokelt.







Der Stahlhelm

Stahlhelm

Vor Verdun 1916 bekamen die deutschen Sturmtruppen probeweise zum ersten Mal einen Stahlhelm aufs Haupt. Er soll den Kopf vor Splittern und Kugeln schützen. Die damalige Form wurde bis 1945 beibehalten. Die NVA hatte den hier abgebildeten Typ, den mir Andy Meyer, ein ehemaliger Schüler, zur Verfügung stellte. Zu meiner Soldatenzeit gehörte noch ein Tarnüberzug dazu. Der Stahlhelm lagerte in der Soldatenstube auf dem Spind über der Schutzmaske. Ich habe das schwere Teil vor allem auf längeren Märschen und auf der Sturmbahn gehasst.








Uniformierung

Dienstgrade

Porträts in Uniform


Orden, Ehrenzeichen und Auszeichnungen

Souveniers

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