Kategorie:Weltkrieg 1939-1945

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Weltkrieg 1939-1945 Bilder


Europa 1943

Lieber Besucher dieser Weltkriegsseite!

Am 1.9.2014 ist es genau 75 Jahre her, dass der 2. Weltkrieg entfesselt wurde, Krieg war und ist kein Abenteuer sondern grausam gelebte Realität, schaut man dieser Tage auf den Gazastreifen, nach Syrien, Afghanistan, die Ukraine oder den Irak. Mein Großvater, Max Richter, hat von 1939 an bis zu seinem Tode in der Deutschen Wehrmacht gekämpft und ist …...............gefallen. Große Frage ist natürlich, für was? Diese Frage, lieber Besucher, muss jeder selbst für sich beantworten! Schauen Sie auf die abgebildete Karten in der Rubrik Vorkriegszeit, die aus einem Schulatlas von 1943 stammen. Man sieht, welche Gebiete seit 1933 Großdeutschland einverleibt wurden. Es graust mir bei dem Gedanken, was passiert wäre, wenn es dabei geblieben wäre und was das für Millionen bedeutet hätte............. Ich wünsche allen historisch Interessierten viel Spannung beim Durchstöbern der vielen Rubriken dieser Seite, ausnahmslos ist das vorliegende Material von mir persönlich bzw. von meinen Schülern. Lassen Sie uns alle gemeinsam sagen:

„Nie wieder Krieg, wir gedenken ALLER Toten dieses Irrsinns. Die Toten mahnen uns zum Frieden! Schwerter zu Pflugscharen!“

Ihr Thomas Keilhack 7.8.2014



Angeregt durch Schüler, die mir Soldatenbilder ihrer Urgroßväter mitbrachten, habe ich beschlossen, auch zum zweiten großen Krieg eine Seite anzulegen. Wie gesagt, auch hier gilt es, vieles aufzubereiten, damit es nicht vergessen werden kann. Liebe Besucher, als Hindenburg 1934 starb, ließ Adolf Hitler die Soldaten auf seine Person vereidigen.

„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid,
daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler,
dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht,
unbedingten Gehorsam leisten und als
tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit
für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“
Vereidigung auf den Führer Adolf Hitler nach dem 2.8.1934


Der Grundstein für eine Diktatur war gelegt. Am 1.9.1939 mussten die Soldaten auf Befehl hin zu einem weiteren Krieg antreten, wie ihre Väter 1914. Wieder erlitten die Leute auf den Schlachtfeldern furchtbares, doch in dieser Auseinandesetzung war es ein Vernichtungskrieg, ein Kampf unterschiedlicher Weltanschauungen, vor allem gegen die Sowjetunion. Wie im 1.Weltkrieg kam es zu großen Siegen, erst gegen die Westalliierten, dann gegen die UdSSR. Millionen Soldaten gerieten an allen Fronten in Gefangenschaft oder verloren bei den bisher größten Schlachten, die die Welt je gesehen hatte, ihr Leben. Die mir mitgebrachten Fotos und Feldpostkarten stellen daher

Vereidigung auf Hitler

keine Verherrlichung des Krieges oder des Militärs dar, sie zeigen einfach nur, wie es war auf der untersten Befehlsebene oder in der Heimat. Auch ich bin mit meiner Familie betroffen: mein Großvater; Max Richter, war Offizier, hoch dekoriert mit Kriegsauszeichnungen, und ist nach Teilnahme an sämtlichen Feldzügen am 27. Juni 1944 in Weißrussland gefallen. Ich hoffe, dass irgendwann seine sterblichen Überreste gefunden und umgebettet werden können auf einen richtigen Soldatenfriedhof. Dabei gibt es Kriminelle, die nach Erkennungsmarken, Orden und Ehrenzeichen auf den ehemaligen Schlachtfeldern suchen und wenn eine Erkennungsmarke im Netz verschärbelt wird, geht die Identität des Kriegstoten für immer verloren.

Ich bedanke mich für Ihr wertes Interesse!

Thomas Keilhack im April 2011

Erneut brachten Schüler Bilder aus dem Krieg mit. Ich verdanke diese Jonathan Freier und Josef Weiser 7c aus Krumhermersdorf.

Heimat

Die Führungsriege des Dritten Reiches

Flugzeugschrott

Wehrmachtssoldaten inspizieren ein zerstörtes alliiertes Flugzeug. Zu Beginn des Krieges besaßen die Deutschen die Lufthoheit und konnten die gegnerischen Luftwaffen wirkungsvoll bekämpfen.

Curt Freier

Jonathan Freier 7c hat diese Bilder mitgebracht. Curt Freier war Unteroffizier und Träger des EK 2 sowie des Infanteriesturmabzeichens. Er ist 1943 im Osten gefallen, man kann nur vermuten, ob es bei den verlustreichen Kämpfen nach der Schlacht von Kursk war. Jedenfalls hat er, genau wie mein Großvater, Max Richter aus Frauenstein, eine Frau mit 2 kleinen Kindern hinterlassen. Ein riesiger Verlust...
In der Regel hat der Kompaniechef dann an die Angehörigen geschrieben und der Nachlass wurde geschickt. Die Kameraden haben dann die Gräber ausgehoben und es wurde ein Kreuz mit dem Namen darauf gestellt.

Max Richter

Max Richter in memoriam

Mein Großvater war in der Weimarer Republik Berufssoldat. Dann wurde er in Frauenstein Beamter, bis der zweite Krieg 1939 ausbrach. Im Frankreichfeldzug ist er in Paris gewesen und wurde mit dem EK II ausgezeichnet. Die Einheit verbrachte dann Pfingsten 1941 im besetzten Polen, von wo aus man im Juni die Russen angriff.
In den ersten Monaten des Russlandfeldzuges bekam er das Infanteriesturmabzeichen, das EK I sowie das Verwundetenabzeichen in schwarz. Wer dann die so genannte Winterschlacht im Osten überlebte bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad, erhielt den "Gefrierfleischorden", wie die Landser sagten.
1942 wurde Max Richter schließlich das Deutsche Kreuz in Gold verliehen, eine Auszeichnung aus dem Hauptquartier und die dazugehörige Besitzurkunde wurde von Generalfeldmarschall Keitel unterschrieben, den die Sieger später in Nürnberg gehenkt haben.
Schließlich ist Max Richter am 27.6.1944 in Weißrussland gefallen, bestattet wurde er von Kameraden, sein Grab bekam ein Kreuz aus Birkenholz. Im historischen Kontext stehen die Landung der Alliierten in der Normandie am 6.6.1944 sowie der russische Großangriff gegen die Heeresgruppe Mitte am 22.6.1944.
Der Kompaniechef schrieb übrigens an seine Frau erst am 20.7.1944, als auf Hitler in der Wolfsschanze das Attentat von Stauffenberg verübt wurde.

Ich bedanke mich für Ihr Interesse, Ihr Thomas Keilhack im Mai 2011

Altes Soldatengebet

„Vater, ich rufe dich! Brüllend umwölkt mich der
Dampf der Geschütze! Sprühend umzucken mich
rasselnde Blitze: Lenker der Schlachten, ich rufe Dich!
Vater, du führe mich. Führ mich zum Siege, führ 
mich zum Tode! Herr, ich erkenne deine Gebote, 
Herr, wie du willst, so führe mich! Gott! Ich erkenne
dich! So im herbstlichen Rauschen der Blätter, als im
Schlachtendonnerwetter, Urquell der Gnade, erkenn
ich dich. 
Vater, du segne mich! In deine Hände befehl ich mein
Leben, du kannst es nehmen, du hast es gegeben. 
Zum Leben, zum Sterben segne mich. Vater, ich preise
dich!
Vater, dir ergeb ich mich! Wenn mich die Donner  des
Todes begrüßen, wenn meine Adern geöffnet 
fließen, dir mein Gott, dir ergeb ich mich.
Vater, ich rufe dich!“

Deutsches Kreuz in Gold

Scan00333.jpg

Die Kriegsauszeichnung auch Deutsches Kreuz genannt, wurde am 28. September 1941 durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Adolf Hitler, gestiftet.
Diese Auszeichnung in Gold wurde gestiftet um die Auszeichnungsmöglichkeiten zu erweitern um Soldaten auszuzeichnen,
die bereits im Besitz des Eisernen Kreuzes 1. und 2.Klasse waren und sich vielfach durch tapfere Taten im Kampfeinsatz ausgezeichnet haben,
aber die Voraussetzungen zur Auszeichnung mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes noch nicht erfüllten.
Die Auszeichnung wurde in Silber für vielfach bewiesenen Verdienst in der Truppenführung an Wehrmachtsangehörige verliehen die bereits das Kriegsverdienstkreuz beider Klassen besaßen.
Das Deutsche Kreuz in Gold rangiert zwischen dem Eisernen Kreuz 1.Klasse und dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, war aber keine Voraussetzung zum Erwerb des selben.
Das Kreuz in Gold konnte sogar nach der Auszeichnung mit dem Ritterkreuz noch verliehen werden. Das Deutsche Kreuz in Silber anderer seits rangierte zwischen dem Kriegsverdienstkreuz 1.Klasse und
dem Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes und war Voraussetzung zur Auszeichnung des Ritterkreuzes.
Die Verleihungszahlen betragen in Gold ca. 24.300 Stück und in Silber ca. 1.100 Stück. Der Entwurf stammt von Prof. Klein aus München.
Es sind verschiedene Hersteller bekannt. Die Bezeichnung in Form von Zahlen befindet sich auf der Nadel entweder oberhalb oder unterhalb.
Herstellerzahlen sind 1, 2, 20, 21 der Hersteller 134 stempelte mittig auf der Rückseite.
Ab 1942 wurde das Deutsche Kreuz in Gold auch als gestickter Stoffstern ausgegeben auf einer Stoffunterlage jeweils in der entsprechenden Farbe der Waffengattung.
Die Sonderform in Gold mit Brillianten wurde zwar hergestellt aber nie verliehen. Die wenigen Stücke (20) wurden als Kriegsbeute in die USA verbracht.

Quelle: http://www.ehrenzeichen-orden.de/zweiter-weltkrieg/deutsches-kreuz-in-gold.html

Aus dem Kampf der Waffen-SS

„SS- Hauptsturmführer Herbert Hoffmann stammt aus Neugersdorf in Sachsen und führt eine Batterie.
Er hat an den Fronten in Polen, im Südosten und Osten mit seinen Männern gekämpft und  
steht heute mit den Männern seiner Batterie im harten Abwehrkampf im Westen. 
Unter seiner entschlossenen und tapferen Führung erwarb sie sich große Verdienste und den Dank der Grenadiere ihrer Division.
Im rasenden Feuer der Sowjets leidet Hoffmann aus dem vordersten Graben die eigene Artillerievorbereitung,
rollt beim Einbruch zusammen mit den Grenadieren im Nahkampf die feindliche Stellung auf und läßt weiter feuern.
In Angriffskämpfen und in der Abwehr zeichnet sich der 28- jährige SS- Hauptsturmführer
immer wieder durch seine einsatzfreudige Haltung und klare Führung aus.
Im Kampf Man gegen Mann verteidigt er seine weit vorgeschobene Beobachtungsstelle und
bekämpft gleichzeitig mit seiner Batterie den nachrückenden Feind.
Als amerikanische Panzerspitzen an der Invasionsfront den Flügel seiner Abteilung bedrohen,
wirft er sich mit seinen Geschützen dem Feind entgegen und schießt ihn aus direkter Feuerstellung ab.
Durch seinen kühnen Entschluss entscheidet er oft in den schwierigsten Situationen die Lage.
Sein Einsatz schafft die Voraussetzung für den Erfolg. Viermal ist er dabei schwer verwundet worden,
seine Einsatzfreudigkeit und sein Draufgängertum aber lassen nicht nach. Für hervoragende Tapferkeit und
entscheidende Führung seiner Batterie wurde dem am 27.07.1916 in Neugersdorf geborenen SS- Hauptsturmführer
am 9.10.1944 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.“

Quelle: SS- Kriegsberichter Walter Mertineit in „Annaberger Tageblatt“ vom 19.12.1944


Die Rolle der Frau

Mai 1940

29.5.1940 Marktplatz in Brügge

Im Mai 1940 begann der Westfeldzug unter Verletzung der Neutralität Belgiens und der Niederlanden.
Hitler sagte:
"Verletzung der Neutralität ... spielt keine Frage. Kein Mensch fragt danach, wenn wir gesiegt haben."
Am 22.6.1940 musste Frankreich die Waffen strecken. Hitler demütigte die Franzosen als Rache für den 11.11.1918,
als die Deutschen in Compiegne unterschreiben mussten.
In genau dem gleichen Eisenbahnwaggon musste Frankreich die deutschen Bedingungen akzeptieren.

erbeutete englische Kampfwagen 31.5.1940

Die Engländer halfen ihrem Verbündeten Frankreich mit einem Expeditionskorps.
Dieses wurde vollständig von der Wehrmacht geschlagen und in Dünkirchen eingekesselt. Militärisch gesehen versäumte es Hitler,
diesen Kampfverband zu zerschlagen. Die Panzer mussten auf höchste Weisung hin stoppen.
Dadurch war es den Engländern möglich, die Truppen über See zu evakuieren. Trotzdem fiel den Deutschen zahlreiches Kampfgerät in die Hände.










Luftschlacht um England 1940

Panzer

Panzerdivision nach vorn in Holland 1940
Panzer Marsch

Im Westfeldzug wurde die Panzerwaffe revolutionär eingesetzt. Sie durchstieß die Schwachpunkte in der gegnerischen Front.
Dadurch waren gewaltige Zangenbewegungen möglich, durch die man den Gegner einschließen und vernichten konnte.












Besatzung

Aus den Siegern wurden in den eroberten Ländern Besatzer. Man bezog Quartier und ließ es sich, den Umständen entsprechend, gutgehen.
Es wurde beschlagnahmt usw. Wie das besiegte Volk dachte, kann man sich lebhaft ausmalen.

Fragezeichen der Geschichte

Fragezeichen der Geschichte

Beim vorliegenden Bild gibt es keine Legende. Ich vermute, dass es in Osteuropa aufgenommen wurde.
Viele Soldaten der Wehrmacht wurden Zeuge der Verbrechen von SS und Polizeieinheiten. Man sieht Frauen und Kinder dicht gedrängt.
Vielleicht warten sie auf den Abtransport, vielleicht sind es Juden, die in die großen Ghettos deportiert wurden.
Immerhin wissen wir, dass im besetzten Osten die Polizeibataillone und die SS-Einsatzgruppen die Endlösung der Judenfrage vorantrieben.

KZ

Buchenwald

Das Pferd im Kriegseinsatz

Obwohl der Krieg moderner geführt wurde als noch 1914-1918, so konnte doch die Wehrmacht,
wie sie sehen können, nicht auf Pferde verzichten. Im 2. Weltkrieg kam es nun auch zu den letzten Kavallerieattacken der Kriegsgeschichte.
In Polen griffen gar Reiter die deutschen Panzer an und nachher in Russland
setzten die Sowjets Kavallerieverbände an, um die Deutschen 1941 zurückzuschlagen.
Natürlich wurden sie von Maschinengewehren zusammengeschossen, noch ehe sie an den deutschen Stellungen heran waren.
Die Verluste waren entsetzlich hoch. Natürlich spielten Pferde eine große Rolle beim Transport und mussten bei Einkesselungen,
als der Nachschub nicht herankam, geschlachtet werden.

Der Tross-Nachschub für die kämpfende Truppe

Abgeschossene Panzer

zwei zerschossene französische Panzer

In den ersten Monaten des Krieges führte die Wehrmacht die Panzertypen III und IV auf die Schlachtfelder und das geradezu revolutionär.
Die Gegner an allen Fronten hatten nichts entgegenzusetzen. Erst der T 34 in Russland sowie die großen Typen KW und „Joseph Stalin“
lehrten den Panzerbesatzungen das Fürchten. Mit den Modellen „Panther“, „Tiger“ und „Königstiger“ war man den Russen wieder gewachsen.
Panzer auszuschalten konnte ganz unterschiedlich erfolgen:

a) man schoss mit schwerer Artillerie oder einer Pak, um einen Volltreffer zu erzielen
b) man ging den Panzer mit einer geballten Ladung oder einer Haftmine an
c) ein mutiger Soldat schwang sich auf das Ungetüm und warf eine Handgranate in die Luke, er musste aber aufpassen, dass er nicht in die Laufketten geriet und zermalmt wurde
d) ein Soldat springt auf den fahrenden Panzer und schiebt eine Handgranate ins Rohr, damit die Panzermunition explodiert
e) die so genannte 8,8 war ein bei den Russen gefürchteter Panzerkiller
f) gegen Kriegsende kam die Panzerfaust auf, mit der ein Einzelschütze anviseren und abdrücken konnte
g) auch ein Stuka, d.h. Sturzkampfflugzeug, konnte mit einer Bombe einen Treffer landen

Die Folgen waren für die Mannschaft eines getroffenen Kampfwagens fürchterlich:
entweder verbrannten die Panzersoldaten bei lebendigem Leib oder wurden zerrissen. Wem es gelang, noch auszusteigen,
dem drohte gezieltes Feuer der feindlichen Infanterie. Die deutschen Panzersoldaten trugen schwarze Monturen mit dem Totenkopf daran.
Gerieten sie in Gefangenschaft, wurden sie häufig für Männer der Waffen-SS gehalten. Auch in diesem Fall konnte fürchterliches drohen, z.B.
die sofortige Erschießung. Ganze Panzerarmeen stießen tief in den feindlichen Raum vor und kesselten hunderttausende Soldaten ein,
z.B. in der Schlacht um Kiew 1941.

Westfeldzug

Die Kämpfe an der Westfront 1940 brachten vielen französischen Orten ähnlich starke Zerstörungen wie im 1. Weltkrieg.
Auf den Bildern sieht man wieder kaputte Häuser, Brücken und stark mitgenommene Gotteshäuser. Anders als damals,
gelang es den Deutschen Frankreich zu einem Waffenstillstand zu bewegen, der am 22.6.1940, kurz nach Dünkirchen, unterzeichnet wurde.
Ein Teil Frankreichs wurde besetzt, viele Franzosen mussten in deutsche Kriegsgefangenschaft.
Von der Kanalküste aus operierten nun deutsche U-Boote gegen die Versorgungslinien der Briten.
Später wurde dann der Atlantikwall aus dem Boden gestampft, um eine alliierte Invasion abwehren zu können, Millionen Minen wurden verlegt.
Viele Franzosen kollaborierten mit den deutschen Siegern und Besatzern und wurden 1944 nach gelungenem D-Day schwer bestraft.

Propaganda

J. Goebbels war im Dritten Reich der Propagandaminister, ein Demagoge, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte.
Front und Heimat wurden von ihm als eine Einheit hingestellt. Die Männer an der Front schützen die Heimat vor den Bolschewisten,
die Heimat arbeitet für die Front. Goebbels ging in die Geschichte ein, als er 1943 ein aufgepeitschtes Publikum in Berlin fragte:
"Wollt ihr den totalen Krieg?"
Seiner Verantwortung entzog er sich 1945 durch Selbstmord, genau wie Hitler, Himmler und Göring.

Wehrmachtbericht

Wehrmachtbericht 19.12.1944

„Aus dem Fürherhaupquartier, 18. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Verwegener kampfentschlossener Sachse
In Kurland führte Oberfeldwebel Nowaczyk aus Dresden, der bereits 26 Panzer vernichtet hat, bei Nacht 3 Jagdpanzer zum Angriff vor.
Obwohl 2 von ihnen in der Dunkelheit im Sumpfgelände steckenblieben, ließ er sich nicht aufhalten.
In verwegener Fahrt überrollte er mehrere Schützenlöcher und stand plötzlich vor einem sowjetischen Panzer.
Ehe der Feind die Lage noch erfaßte, hatte der sowjetische Panzer einen Treffer in den Turm erhalten und
drehte schleunigst ab. Der Oberfeldwebel setzte dem fliehenden Kampfwagen nach und fuhr dabei
gegen ein feindliches Infanteriegeschütz, dessen Besatzung floh. Kurz entschlossen dregte der Oberfeldwebel
das verlassene Geschütz gegen den Feind, verschoß die aufgestapelte Munition gegen ein feindliches Widerstandsnest
und vernichtete dessen Besatzung.“

Tagebuchaufzeichnungen

Tagebuchaufzeichnung Frankreichfeldzug 1940

Das Führen eines Tagebuches war an und für sich verboten, denn es konnte dem Gegner in die Hände fallen.
Dadurch hätte dieser wertvolle Informationen erhalten, z.B. über die Moral der Truppe,
über den Zustand der Ausrüstung oder die Ernährungslage. Trotzdem setzten sich viele über das Verbot hinweg.
Mein Original, das Sie einsehen können, stammt aus dem Familienbesitz einer Schülerin.
Der Soldat hat einfach so die Stellung seiner Einheit während des Frankreichfeldzuges eingezeichnet.








Kriegstagebuch 1939-1941

Kriegstagebuch Winter 1941/1942

„Vom 22. Dezember 1941 bis 11. Januar 1942 sammelte das deutsche Volk Wintersachen für seine Soldaten an der Front.
Auch Niederlauterstein erfüllte seine Dankespflicht. Unser Dorf spendete 1 Paar Überschuhe, 46 Paar Socken,
14 Paar Unterhosen, 7 Leibbinden, 8 Brustschützer, 27 Kopfschützer, 17 Paar Ohrenschützer, 12 Paar Kniewärmer,
30 Unterjacken oder Pullover, 1 Pelzjacke, 6 Pelzwesten, 5 Wolldecken, 1 Paar gefütterte Lederhandschuhe,
26 Paar Wollhandschuhe,  48 Schals, 1 Pelzmantel, 4 Müffe, 11 Paar Stutzen, 1 Paar Trainingshosen,
4 Füßlinge, 8 Fußlappen, 9 Mützen, 2 Wollmäntel, 51 gegerbte oder ungegerbte Felle, 2 Pelz-Fußsäcke,
19 Pelzkragen, insgesamt 444 Stück bzw. Paar. Außerdem werden insgesamt 25 Paar Skier abgeliefert.“

Anmerkung: Großes Fragezeichen ist, warum die oberste Führung seine Soldaten ohne passende Winterausrüstung nach Russland schickte...........die Soldaten haben dafür bei bis zu Minus 50 Grad einen schrecklichen Preis bezahlt. Hinzu kommt, dass Hitler den Russlandfeldzug verspätet beginnen musste und sich dann zunächst scheute, unverzüglich auf Moskau zu marschieren!

Kriegstagebuch 1944/1945

Das Exemplar hat mir ein Schüler aus Klasse 5 zu Umgang mit historischen Quellen in den Unterricht mitgebacht. es beinhaltet zum 9.5.1945 die Eintragung zur bedingungslosen Kapitulation vor den Alliierten in Reims. Danke für das Vertrauen.

Das Jahr 1941

Nach dem Sieg im Westfeldzug wurde der Wehrmacht ein triumphaler Empfang in Berlin bereitet.
Alle glaubten an den Endsieg und den „größten Feldherrn aller Zeiten“ (Gröfaz), doch die Lufschlacht um England ging verloren.
Als dann 1941 Mussolini eigenmächtig auf dem Balkan losschlug und sich festrannte, musste Hitler dem Duce helfen.
Deutsche Divisionen zerschlugen in wenigen Wochen die griechische Armee und auch Jugoslawien geriet unter deutsche Besatzung.
Ein erbitterter Partisanenkampf entbrannte, in dem es für deutsche Gefangene oder Verwundete keine Gnade gab, sie wurden oft auf brutale Weise umgebracht.
Da die Kroaten auf deutscher Seite sich beteiligten, ist ein tiefer, fast unüberwindbarer Hass mit den Serben entstanden.
Diesen erlebten wir im jugoslawischen Bürgerkrieg zu Ende des 20. Jahrhunderts.
Die Ereignisse auf dem Balkan verzögerten den Beginn des„Unternehmens Barbarossa“ um Wochen,
d.h. der Angriff auf Stalins Reich begann erst am 22.6.1941, als auf breiter Front über 3 Millionen Soldaten antraten.
In riesigen Kesselschlachten wurden Millionen Gefangene gemacht, gewaltige Gebiete erobert. Militärisch gesehen versäumte es Hitler, Leningrad einzunehmen,
er wollte es lieber aushungern. Die Heeresgruppe Mitte sollte Moskau nehmen, doch Hitler zögerte, aus welchen Gründen auch immer.
Er entschied sich, erst die Ukraine zu erobern, Kiew fiel und über 600000 russische Soldaten wurden gefangen.
Nun ließ Hitler zum Angriff auf Moskau antreten. Bei der Rasputitsa blieben in den grundlosen Wegen und Straßen ganze Divisionen stecken.
Man musste auf den Frost hoffen. Der kam, aber die Landser rannten immer noch in ihren Sommermonturen herum.
Trotzdem konnten die Panzer nun wieder fahren. Die Temperaturen fielen auf bis zu minus 50 Grad,
die meisten Ausfälle bei der Truppe gab es jetzt nicht durch die Russen, sondern durch Erfrierungen aller Art.
Wer seine Notdurft im Freien verrichten musste, riskierte sein Leben. Auch die Waffen versagten den Dienst,
denn die oberste deutsche Führung hatte geglaubt, keinen Winterkrieg führen zu müssen. Trotzdem bohrten sich die Divisionen an Moskau heran,
dort brach bereits Panik aus, als man hörte, die Deutschen seien vor Chimki. Stalin ließ seine Truppen mit der Eisenbahn aufs Schlachtfeld fahren,
frische und gut ausgerüstete Sibirier, denn die Japaner hatten sich entschieden, den pazifischen Raum zu erobern. Was folgte,
war sein Großangriff am 5.12.1941. Die ausgepowerten deutschen Truppen erlitten ihre große Niederlage und mussten den Rückzug antreten.
Hitler schließlich erklärte den Vereinigten Staaten von Amerika den Krieg.
Zu Ende ging das Jahr 1941 mit der Zerschlagung des Nymbus der Unbesiegbarkeit der Deutschen Wehrmacht.

22.6.1941

Dieser Tag begann in den frühen Morgenstunden mit dem Angriff auf die UdSSR. Man stellte diesen Militärschlag als Präventivmaßnahme hin. Ob Stalin vorhatte, die Deutschen anzugreifen, vermag ich mir nicht vorzustellen, denn dann hätte ja Hitler Recht gehabt. Fakt ist, dass die Angriffstruppen auf einen Gegner stießen, den sie überrumpelten.
Vorstöße, tief in den Raum, waren möglich. Mit der Panzerwaffe konnte man gewaltige Zangenoperationen durchführen, Millionen russischer Soldaten wurden gefangen. Die Luftwaffe mit den Stukas bombte den Weg frei, vorrückende Sowjetverbände konnten so am Boden zerschlagen werden. Und dabei hatte die Sowjetunion bis dato dem Reich Öl und Getreide geliefert. Der Angriff stellte einen Bruch des Nichtangriffspaktes vom August 1939 dar! Jetzt lief der gewollte Kampf um den Lebensraum im Osten, den Hitler in „Mein Kampf“ vorhersagte.
Es war ein Vernichtungskrieg gegen den Bolschewismus, den Lenin und Stalin installiert hatten. Von Anfang an war hier die Genfer Konvention außer Kraft gesetzt. Fragezeichen der Geschichte wäre hier: was wäre geschehen, wenn Hitlers Truppen im Herbst 1941 Moskau genommen hätten??????
Das dies im Bereich des Möglichen lag, beweist die Tatsache, dass er seinen Barbarossaplan umstieß und im Süden der Front die Schlacht um die Ukraine und um Kiew suchte, und gewann. Inzwischen aber war Zeit verstrichen und das Gespenst des russischen Winters zog herauf.
Man muss feststellen, rein militärisch gesehen, dass dann der eigentliche Angriff auf Stalins Hauptstadt zu spät begann. Die Truppe hatte keine Winterkleidung, um bei minus 50 Grad kämpfen zu können! Dabei hatte sie alles gegeben, nun war sie ausgepowert, der Ruf von der Unbesiegbarkeit der Deutschen Wehrmacht verloren..............

Unternehmen Barbarossa

Kaiser Barbarossa am Kyffhäuser

Barbarossa war als Kaiser Rotbart auf dem Kreuzzug in der Türkei umgekommen. Der Sage nach ruht er bis zum Tag X im Kyffhäuser, um dann das Reich zu neuer Blüte zu führen. Hitler sah den Angriff auf die UdSSR auch als Kreuzzug, dieses Mal aber gegen Juden und Kommunisten. Das Unternehmen Barbarossa mit über 3 Millionen Soldaten begann mit zeitlicher Verzögerung, da noch die Feldzüge gegen Griechenland und Jugoslawien geführt wurden. Am 22.6.1941 war es um 3.15 Uhr soweit, drei gewaltige Heeresgruppen schlugen los. Ziele waren Leningrad im Norden, in der Mitte ging es auf der napoleonischen Route gegen Moskau und im Süden sollte es um die Ukraine und die großen Industriereviere gehen. Strategisch gesehen war es auch der Kaukasus und die Ölquellen am Kaspischen Meer. Barbarossa, so der Plan derFührerweisung vom 18.12.1940, musste schließlich die Linie Archangelsk – Astrachan erreichen, ein Wahnsinn. Wie hätte ein solcher riesiger und eroberter Raum langfristig gesichert werden? Das wäre nur möglich gewesen, wenn zig Millionen Slawen verschwunden wären...............Erobert wurde tatsächlich viel, doch auch die Verluste des Ostheeres waren enorm, wenn man auf die vielen Gräber und Soldatenfriedhöfe schaut!!! Danke noch einmal an der Stelle für die vielen Fotos aus Privatbesitz, die damals von den Landsern zur Erinnerung geschossen wurden! Barbarossa scheiterte schließlich vor Moskau im gnadenlosen Kampf gegen Kälte und sibirische Elitedivisionen, die direkt mit der Eisenbahn aufs Schlachtfeld gefahren wurden. Und im Dezember 1941 sagte Hitler, dass er den Krieg im Grunde für verloren halte.........Was folgte, ist bekannt: Japan zog durch Pearl Harbour die USA in den Krieg und der Führer erklärte den Amerikanern am 11.12.1941 den Krieg!!!

Das deutsche Ostheer am 22. Juni 1941

  • 7 Armeen
  • 4 Panzergruppen
  • 3 Luftflotten,

das bedeutete: 3 Millionen Soldaten, 600000 Fahrzeuge, 750000 Pferde, 3580 Panzer, 7184 Geschütze, 1830 Flugzeuge + die 3. und 4. rumänische Armee

unter Ausnutzung des Überraschungseffektes
= weite Vorstöße in die Tiefe des Raumes
= Zerschlagung der roten Luftwaffe am Boden und uneingeschränkte Lufthoheit
= Zangenoperationen mit den Tanks und Kesselbildungen inklusive Millionen an Kriegsgefangenen

Quelle: Paul Carell "Unternehmen Barbarossa-Der Marsch nach Rußland"

22.2.1941 Griechenland

Soldbuch

Jeder Militärangehörige bekam ein so genanntes Soldbuch ausgehändigt. Es diente zugleich als Personalausweis und durfte nicht verlorengehen.
Auf Verlangen hin, z.B. durch die Feldgendarmerie, musste man es vorweisen, sonst drohte der Verdacht der Desertion und im schlimmsten Fall,
vor allem zu Kriegsende, die Erschießung.
Eingetragen war hier:

a) Personalbeschreibung / Passbild
b) Beförderungen
c) Bescheinigungen über verliehene Auszeichnungen
d) Anschrift der Angehörigen
e) empfangene Bekleidungsstücke
f) Besitznachweis über Waffen und Gerät
g) Aufnahme in ein Wehrmachtlazarett
h) Überweisungen
i) Abfindung mit Wehrsold
j) Beurlaubungen

Wehrpaß


Danke Andy Meyer

1942

Wolgalied Lehar.jpg

Das Jahr 1942 brachte noch einmal große Siege für die Wehrmacht. Man denke nur an den Vormarsch von Rommels Afrikakorps bzw. den „Fall blau“,
d.h. die Offensive im Süden der Ostfront. Es gelang die Krim und Rostow einzunehmen und man erreichte die Erdölfelder von Maikop.
Am schicksalträchtigsten war jedoch die Schlacht um Stalingrad, die von der 6. Armee unter Paulus geschlagen wurde.
In einem äußerst verlustreichen Frontalangriff gelang es, die Wolga zu erreichen. Ein deutscher Luftangriff im August tötete 40000 Zivilisten,
es entbrannte ein blutiger Straßen- und Häuserkampf. Ein Entsatzangriff unter Hoth im Dezember konnte die eingekesselte 6. Armee nicht retten.
Damit war die Wende in diesem Krieg vollzogen.














Winterschlacht Cholm 1942

Cholm-Schild 1942

Der Gefrierfleischorden

Besitzurkunde Gefrierfleischorden

1942 wurde ein besonderer Orden geschaffen für „Teilnehmer an der Winterschlacht im Osten“.
Wer überlebte, bekam ihn, geplant war er nicht. Hitler hatte nach dem Desaster vor Moskau mit seinen sturen Durchhaltebefehlen dafür gesorgt,
dass die Front nicht doch zusammenbrach. Bei bis zu minus 50 Grad leisteten die Landser Übermenschliches, hielten in Kesseln aus und
schufen die Voraussetzung für die neue Offensive im Sommer 1942. Wer also ein echtes „Frontschwein“ war,
besaß den Orden, den man zynisch Gefrierfleischorden nannte. Auch mein Großvater bekam ihn verliehen.
















Stukas

Stuka Ju 87.jpg
Stukas greifen an

Stukas wurden in den ersten Monaten des Krieges ein Symbol der Lufthoheit für die deutsche Luftwaffe. Die Ju 87 stürzte sich im Sturzflug auf die gegenerischen Stellungen und dabei schaltete der Pilot seine Sirene an. Der Lärm und die Gefahr der Bomben lösten Angst aus und demoralisierten die feindlichen Truppen. Kurz vor dem Ziel wurde dann die tödliche Last ausgeklinkt und der Flieger zog wieder nach oben.
Ganze Stukageschwader bombten der Infanterie den Weg frei bzw. wurden als Luftunterstützung angefordert. Die Luftwaffen der angegriffenen Staaten wurden in der Regel noch am Boden zerstört und ausgeschaltet, das beste Beispiel dafür ist der Angriff auf Russland.
Stalins Flieger spielten ab sofort keine entscheidende Rolle am Himmel. Dafür konnten praktisch die Stukas nahezu ungestraft operieren und die Infanterie unterstützen. Erst als die Alliierten die Luftherrschaft besaßen, verloren die klobigen und schwerfälligen Stukas an Bedeutung.
Ein Stuka konnte z.B. mit einem Volltreffer einen Panzer außer Gefecht setzen. Das vorliegende Bild stammt von einem Schüler von mir, danke Norman Weißer.

Lied der Sturzkampfflieger





„Tante Ju“

Liebevoll nannten die Landser die Ju 52 so. Das Flugzeug war zuverlässig und robust. Es holte Verwundete als „Sanitätsju“ vom Schlachtfeld und brachte sie in Sicherheit. Auch als Transportflugzeug für dringend benötigten Nachschub war di Ju 52 unersetzlich. Beispielsweise versorgte es an der Ostfront die Soldaten, die in Kesseln steckten. Dies veranlasste Göring dazu, Hitler zu versprechen, die 6. Armee in Stalingrad könne aus der Luft versorgt werden, was der oberste Kriegsherr nur allzugern glaubte, wollte er doch die Stadt Stalins um jeden Preis halten. Es reichte aber die Transportkapazität in keinster Weise aus. Die Piloten der Ju 52 leisteten, was sie konnten, aber die Materialdecke war zu dünn und die russische Flak um Stalingrad zu stark. Viele Maschinen und erfahrene Piloten gingen verloren, ein Entsatzangriff auf die Stadt unter Hoth scheiterte mit furchtbaren Verlusten. Paulus ging in Gefangenschaft, die Reste der Armee kapitulierten. Die Wende in diesem Krieg war vollzogen.

Fotoalben

Viele Landser haben im Krieg den Fotoapparat mitgehabt und die Fotos dann als Erinnerung in ein Album geklebt. Es sind einmalige Aufnehmen, die, wenn sie weggeschmissen werden, unwiederbringlich verloren sind. Die Famile von Johann Siegert, der Schüler von mir ist, fand eines nach dem Hauskauf in einem Nachtschrank. Es riecht muffig, aber es offenbart wahre Schätze!!!
So liegen solche Alben sicher irgendwo auf irgendwelchen Dachböden oder andeswo und warten darauf, ihren Dornröschenschlaf beenden zu können. Auch von meinem Großvater, Max Richter, existiert ein solches Album. Dieses habe ich als Kind, als ich die Fotografien entdeckte, angelegt. Es existiert ein weiteres, das er selbst mit seinen Fotos versehen hat. Es zeigt seine Zeit im besiegten Frankreich 1940 und zeugt davon, wie selbstbewusst und siegessicher seinerzeit die deutschen Soldaten waren. Und bestimmt glaubten sie auch daran, Zeuge einer großen Zeit zu sein. Heute jedenfalls wollen wir, und ich bitte Sie, liebe Leser, herzlich darum, dass diese Zeitzeugnisse, wie die Fotoalben, der Nachwelt erhalten bleiben!!!

Adolf Hitler

Adolf Hitler 1889-1945

zur NS-“Revolution“ schrieb er:

„Ihr wollen wir dienen,
für sie wollen wir kämpfen,
wenn notwendig fallen,
niemals kapitulieren,
denn Deutschland muß und wird siegen!“

30.1.1940

Quelle: F.H. Woweries „Deutsche Fiebel“, Berlin, 1940

„Ich bin ein Deutscher.
Ich glaube an mein Volk.
Ich glaube an seine Ehre.
Ich glaube an seine Zukunft.
Ich glaube an sein Recht,
und ich trete ein für dieses Recht. 
Ich trete ein für seine Freiheit,
und ich trete damit ein für einen besseren Frieden,
als den Frieden des Unsegens und des Hasses der Vergangenheit.
Das glaube ich und das bekenne ich im Namen meines Volkes vor der ganzen Welt.“

Welches Fragezeichen der Geschichte taucht hier wohl auf?
Ich kann es sagen: Warum wurde das Reich 1919 von den Siegermächten derart in den Dreck getreten?
Damit es niemals wieder aufstehen und gefährlich werden konnte, oder?

Deutsche Fibel

Der Frieden von Versailles verbot eine Mitschuld von England, Frankreich und den USA am ersten Krieg. Aber diese waren mitverantwortlich, denn es muss gefragt werden, worum es ging oder???
Hitler hat „nur“ dieses angeprangert und seine „Bewegung“ aufgebaut, die die Umkehrung dieses Unfriedens zum Ziel hatte.
Millionen Deutsche erlebten so diese Wende ab 1933 und vertrauten dem „Führer des Deutschen Reiches“. Fragezeichen:
Hätte ich auch an diesen Messias geglaubt?
Wenn ich damals gelebt hätte ja, oder?
Aus heutiger Sicht mit all der in sich hineingefressenen Wahrheit: NEIN, oder!!! Damals war es ein Neuanfang, der Sicherheit, Wohlstand und Revanche für 1918 verhieß, oder?
Liebe Leser! Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich versuche nur zu ergründen, warum es „Ein Volk, ein Reich und einen Führer“ geben konnte.
Die Frage nach der Kollektivschuld stellt sich nach wie vor, oder??????????????
Hitler war und bleibt ein Verbrecher. Für ihn war 1945 das deutsche Volk der Verlierer und hatte es nicht besser verdient. Übrig bleiben würden bloß die „Minderwertigen“, denn die „Guten“ seien gefallen.......................................................................................................................

„Wer leben will, der kämpfe also und wer nicht streiten will in dieser Welt des ewigen Ringens, verdient das Leben nicht!“
Adolf Hitler

Liebe Besucher meiner Seite! Tauchen Sie mal in diese Worte Hitlers ein! Was würden die Millionen gefallener Soldaten dazu sagen? Stellen Sie sich all das Leid und das Elend vor, was dieses Kämpfen an allen Fronten verursachte!!!!!!!!!!!
Und dieser Mensch, der das mal sagte, nahm sich angesichts der Niederlage und der herbeigerufenen Katastrophe für unser Volk feige das Leben und ließ seine Leiche und die seiner Frau, Eva Braun, mit Benzin übergießen und anbrennen. Viele der Hauptschuldigen an der Stunde 0 für unser Vaterland begingen Suizid: Himmler, der Reichsführer SS und millionenfache Mörder, schluckte Gift. Göring, Chef der Luftwaffe und Kunsträuber, schluckte Gift und entging dem Galgen, Goebbels, der Demagoge und Verkünder des totalen Krieges 1943, schluckte Gift und ließ sich anzünden................................................
Und die Überlebenden der Katastrophe mussten nun kämpfen und zwar mit dem Mangel und vor allem dem Hunger. Die russischen Besatzer müssen um die 2 Millionen Frauen und Mädchen geschändet haben!!!!!!!!!!
Das Land wurde geteilt!!!
Eine nächste Diktatur wurde in der Ostzone installiert!!!!!!!
Wir müssen klar und deutlich an dieses Stelle sagen: Niemals wieder Faschismus und Krieg!
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!

T. Keilhack im Oktober 2011

"Der größte Feldherr aller Zeiten - Gröfaz"

Der größte Feldherr aller Zeiten-Gemälde von Conrad Hommel

"Gebt mir vier Jahre Zeit!"

Gebt mir vier Jahre Zeit-Adolf Hitler...

Nun, es wurden 12 Jahre daraus, der Widerstand gegen den Tyrannen erledigte diesen nicht, denkt man an das gescheiterte Attentat vom 20. Juli 1944. Und in diesen Jahren hielten die Deutschen ihm die Treue. Es gab den Spruch:
"Wenn das der Führer wüsste". In diesen wenigen Jahren rüstete er Deutschland auf, entfesselte den schlimmsten Krieg der Menschheitsgeschichte, verlor ihn eindeutig und gründlich und bescherte unserem Volk die Stunde 0, das totale Chaos, Schuttberge in den Städten, Besatzungsmacht und Hunger. Und dann sagten die Leute zynisch: "Führer, wir danken dir".
Wahnsinn, niemals wieder darf es zu so etwas kommen!!!

Widerstand gegen den Tyrannen

Attentat auf Hitler durch Johann Georg Elser

Natürlich gab es ihn, den Widerstand, gegen den die Gestapo gnadenlos vorging. Gleich zu Beginn des Krieges versuchte es ein Johann Georg Elser mit einer selbstgebastelten Bombe, Hitler am NS-Gedenktag 1939 in die Luft zu jagen. Leider misslang der Anschlag, denn Hitler verließ zu früh den Ort des Geschehens in München. Elser wurde verhaftet und weggesperrt, kurz vor Kriegsende wurde er noch hingerichtet. Hätte seine Bombe Erfolg gehabt, wäre die Geschichte anders weitergegangen, oder?

Kriegsgefangene

Auf einem der Bilder sieht man Gefangene mit einem freundlichen Gesichtsausdruck hin zum Fotografen. Ein Schüler von mir stellte dies in meinem Neigungskurs fest. Eine Frage stellte sich ihm. Warum lächeln Gefangene in die Kamera? Wir redeten darüber und ich sagte ihm, dass man durchaus auch froh sein kann, wenn man lebend alles überstanden hat, auch wenn man jetzt in deutscher Gefangenschaft sei.
Auf zwei Bildern kann man französische Soldaten sehen, die in deutsche Hände gefallen sind, sicherlich 1940 vor dem Waffenstillstand. Es sind Schwarzafrikaner aus den Kolonien. Man kann sich lebhaft vorstellen, welchen Stellenwert Neger nach Hitlers Rassenlehre hatten. Viele Gefangene wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland geschickt, gerade Franzosen. Manch einer hat beim Bauern in der Landwirtschaft gearbeitet. Gegenüber den russischen Gefangenen verhielt man sich ganz anders. Viele Millionen gerieten in den ersten Wochen nach den Kesselschlachten in Kriegsgefangenschaft.
Die meisten ließ man einfach verhungern, nachdem sie wie große Viehherden in die provisorischen Lager getrieben wurden, wo sie unter entsetzlichen Umständen hausen mussten. Es muss sogar auch vorgekommen sein, dass die Soldaten einfach in die Gefangenenmassen schossen, ein Schicksal, das auch den Deutschen später in der Sowjetunion widerfuhr. Rache als Motiv spielt da eine ungeheure Rolle. Nach dem Sieg über Deutschland wurden die Leute von der Straße weg nach Osten deportiert, um zu arbeiten für den Wiederaufbau des Landes.

Danke für das Bildmaterial an Johann Siegert und Ronny Albrecht!

Hygiene

In Friedenszeiten ist das Thema Hygiene einfach umzusetzen. Heute ist der tägliche Gang zur Dusche oder zum WC normal. Man geht zum Friseur und lässt sich die Haare machen. Für Männer ist die Rasur völlig einfach, man hat Rasierschaum, einen Einwegrasierer und warmes Wasser. Auch in einer Kaserne geht so etwas reibungslos vor sich, wenngleich man von seinem Unteroffizier in dieser Frage hart rangenommen wird.
Da werden Kragenbinden, der Haarschnitt oder die Fingernägel beim Morgenappell schärfstens kontrolliert. Man muss auch seine Uniform säubern bzw. waschen, da gibt es keine Mutti, die das für einen macht. Im Feld jedoch werden all diese Dinge zur Qual. Hier liegt man wochen- und monatelang im Dreck. Die Uniform ist ein Schatten ihrer selbst. Wo soll man sich waschen? Wie kriege ich das verfilzte Haar sauber?
Wie soll ich das mit den Socken machen? Wo gehe ich meine Notdurft verrichten? In den Kasernen gab es Latrinen, im Feldlager den Donnerbalken, wo mehrere Mann nebeneinander sitzen. Dort wurde der Begriff „Latrinenparole“ geprägt. Im Krieg, so habe ich gelesen, hockten sich die Leute über ihren Spaten und dann wurde alles über den Grabenrand mit Effet geschleudert.
Wen will es wundern, dass die Soldaten krank wurden. Lebensmittel wurden in der Hosentasche aufgetaut. Wurde einer verwundet, z.B. wenn eine Gliedmaße abgerissen wurde, pinkelten die Kameraden als erstes darüber. Typische Soldatenkrankheit war die Ruhr. Läuse bissen sich traubengroß bei den Männern ein. Viele haben sich bei schweren Kämpfen als unerfahrener Rekrut, damals nannte man sie auch Schlipse, in die Hosen gemacht. Was tun mit der Unterwäsche? Dagegen leben unsere Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan wie im Paradies!!!

Motorisierung

Ruinen

Kasernen

NS-Kaserne.jpg
Im Gleichschritt, Marsch!!!

Wer jemals gedient hat, weiß, was es heißt, in die Kaserne einzurücken. Zu meiner Zeit hieß es immer: „Am Tor gibst du dein Gehirn ab. Wenn du in den Urlaub fährst, holst du es wieder ab!“ In diesen Worten steckt alles an Wahrheit drin. Du wirst in der Grundausbildung einer Gruppe zugeteilt, an deren Spitze ein Unteroffizier steht, der dir die Befehle gibt, die du auszuführen hast. Dabei frage lieber nicht, ob der Befehl sinnvoll ist, das könnte schwerwiegende Folgen haben. Auch rumzumotzen bringt nichts, du bekommst nur Ärger. Ein gut gebautes Bett für den Stubendurchgang hat oberste Priorität. Putze deine Stiefel ordentlich, damit der Uffz dich nicht anschnauzen kann. Wasche deine Kragenbinden immer, denn die werden kontrolliert. Du musst auch immer deine Ausrüstung warten und denke dran, ein wenig Dreck in der Knarre kann der Ausbund werden, wenn jemand in der Waffenkammer dies bei der Kontrolle feststellt. Acht darauf, dass dein Spind immer ohne Beanstandung ist und lege deine Unterwäsche auf den Milimeter genau zusammen. Sei kein Weichei, wenn es auf der Sturmbahn an die Eskaladierwand geht und bemühe dich rüberzukommen. Lass das Gebrülle des Uffz an dir abgleiten. Gewöhne dir Durchhaltewillen an, wenn marschiert wird und das über zig Kilometer. Verbeiße dir den Schmerz an den Füßen und vergiss die Blasen. Wenn geschossen wird, ziele genau. Denke daran, dass der Uffz dein Herr ist und achte auf seine Kommandos genau, wenn im Gleichschritt marschiert wird. Zeige Kadavergehorsam beim Drill und bemühe dich beim Bajonettieren, das Seitengewehr an der richtigen Stelle anzusetzen. Blende den Wunsch nach einer ruhigen Minute aus, aber genieße es, wenn dein Herr eine Raucherpause anordnet. Grüße militärisch exakt und bete jeden Offizier an, denn der ist ein göttergleiches Wesen. Bemühe dich um die korrekte Erfüllung jeden Befehls, damit du nicht in den Armeeknast kommst oder vors Kriegsgericht. Halte deine Stube und die Latrinen sauber. Säubere Außenrevier und Waschraum, auch wenn es Stunden dauert. Wenn es ins Feldlager geht, verrichte deine Notdurft auf dem Donnerbalken. Ertrage die Kälte nachts und ziehe alles an, was du dabei hast. Halte beim Härtetest durch, denn da geht es auf eine 25-Kilometer-Schleife. Iss deinen Fraß aus dem Kochgeschirr unter freiem Himmel und freue dich, wenn der UVD frühs die Nachtruhe beendet. Du musst mit freiem

Kaserne Eilenburg-Postenablösung.jpg
Bettenbau auf der Stube

Oberkörper in die Kälte zum Dauerlauf, damit du warm wirst. Mache deine Liegestütze auf den Fäusten, das macht hart. Rasiere dich dann mit kaltem Wasser im Waschzelt, es macht nichts, wenn du dich dabei schneidest. Mit ordentlicher Rasur gewinnen wir jeden Krieg. Kippe nicht um, solltest du ein Schützenloch ausheben, es wird dich schützen, wenn ein Panzer darüber rollt, es sei denn, er dreht sich über dir und zermalmt dich mit seinem Gewicht, das Vaterland wird es dir schon danken. Verschwende keine Gedanken an deine Lieben daheim, sie können dir eh nicht helfen. Der Uffz, dein Herr, ist jetzt deine Leitfigur, marschiere, und wenn du dabei dein Leben verfluchst, es nützt nichts. Wirst du mal krank, dann kommst du ins Lazarett und kannst im Bett Haltung annehmen. Hasse den Feind, du musst ihn eines Tages mit dem ersten Schuss erledigen, sonst erledigt er dich. Pflege deine Fingernägel, die Krallen musst du beim Morgenappell herzeigen, dann geht das Gebrülle von vorne los. Trage die Haare ganz kurz. Kenne die Lieder deiner Truppe gut, guter Gesang erleichtert jeden Marsch, dein Uffz aber wird dir jede Stimmritze öffnen und das beim Strafexerzieren, wenn du keine Lust auf Gesang hast. Zeige mitten in der Nacht gegen drei Uhr dein Geschlechtsteil dem Sani. Du wirst vollgesaut, sollte was dran auszusetzen sein. Vermeide Süff in der Waschtasche, denn sonst könnten dort drin Guppys gezüchtet werden und das geht doch nicht. Trage deine Uniform mit Stolz, sie weist dich im Ausgang und im Urlaub als Soldaten aus. Trinke aber nicht so viel, wenn du die Kaserne mit deinen Kameraden verlässt. Kommt mal ein Paket mit Liebesgaben aus der Heimat auf deine Stube, dann teile alles mit deinen Stubenbewohnern. Sei wachsam, steht du auf Wache als Posten mit Knarre und schlafe nicht ein, auch wenn es dir die Augen zuzieht. Und liebe deine Waffe wie dich selbst. Ehre und achte die Kameraden, die schon länger dabei sind, du musst ihre Schikanen über dich ergehen lassen, denn sie haben großen Einfluss. Irgendwann wirst du selbst ein EK sein und dann kannst du als „freier“ Mann ins Zivilleben zurück, oder aber, sie schicken dich in den Krieg.

Kasernenalltag fegen und wischen

Reichsbahn

Die Deutsche Reichsbahn war für den Truppentransport an die Front und den Transport des Nachschubs verantwortlich. Im Winter 1941/1942 froren sogar die Loks ein und der Nachschub brach förmlich zusammen. Verantwortlich war die Reichsbahn ebenso für den Transport der Juden von den Ghettos in die Vernichtungslager im Osten. Nach dem Krieg überdauerte der Name "Deutsche Reichsbahn" seltsamerweise bis 1990, als die DDR zusammenbrach.

Quartier

In den besetzten Gebieten quartierten sich die deutschen Soldaten irgendwo ein. Das setzte voraus, dass das „Quartier“ intakt, d.h. unzerstört war. Entweder waren seine vorherigen Bewohner geflohen oder sie waren noch da und mussten Platz schaffen. Da konnte keiner sagen: „Das will ich nicht!“ Es war eben so. In Russland wärmten sich die Landser einfach mit der Zivilbevölkerung am warmen Ofen auf. Häufig genug zerschoss dann die Rote Armee oder die Partisanen das Idyll, ohne Rücksicht zu nehmen auf die eigenen Leute. Natürlich ist es auch zu freundschaftlichen Gesten gekommen, vor allem da, wo die Menschen sich Befreiung von Stalins Joch erhofften. Aber auch das Gegenteil ist der Fall gewesen, wo die Dorfbevölkerung einfach in die Kälte geschickt wurde, wo sie jämmerlich erfrieren musste.


Porträts in Uniform

Die Uniformen waren in all der Zeit unterschiedlichen Einflüssen unterworfen. Auch in der Auszeichnungspraxis gab es Veränderungen. Neben EK II und EK I gab es bald das neugeschaffene Deutsche Kreuz. In Folge bekam der Soldat dann das Ritterkreuz in unterschiedlicher Variation. Die Schützenschnur war Ausdruck dessen, wie gut ein Soldat schießen konnte. Mit Eicheln als Zusatz wurde dies bis in die DDR beibehalten, was sehr verwunderlich ist, denkt man an viele Übernahmen aus Wehrmachtszeiten.

Lazarett

Das Verwundetenabzeichen

"Als Ehrung für diejenigen, die bei tapferem Einsatz ihrer Person für das Vaterland durch feindliche
Waffeneinwirkung verwundet oder beschädigt wurden, stifte ich das Verwundeten-Abzeichen.
Artikel 1
(1) Das Verwundetenabzeichen wird in drei Stufen verliehen: in Schwarz für ein. und zweimalige, in 
   Silber für drei- und viermalige, in Gold für mehr als viermalige Verwundungen oder Beschä-
   digungen.
(2) Frühere Verwundungen, für die bereits ein Verwundetenabzeichen verliehen wurde, werden für 
   die Verleihung angerechnet.
Artikel 2
Das Verwundetenabzeichen ist das gleiche wie das des Heeres im Weltkriege.
Der Stahlhelm tragt ein auf der Spitze stehendes Hakenkreuz.
Artikel 3
Das Verwundetenabzeichen wird auf der linken Brustseite getragen.
Artikel 4
Mit der Durchführung der Verordnung beauftrage ich den Chef des Oberkommandos der
Wehrmacht in Verbindung mit dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers.
Berlin, den 1. September 1939.
 
Der Führer
Adolf Hitler
 
Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht
Keitel

Der Reichsminister des Inneren
Frick
 
Der Staatsminister und Chef
der Präsidialkanzlei des Führers
und Reichskanzlers
Dr. Meißner"

Quelle: http://www.lexikon-der-wehrmacht.de

Sanitätspersonal

Die Waffen-SS

Nach dem Kriege wurde sie als verbrecherische Organisation eingestuft. In der Zeit davor war sie dem Führer, Adolf Hitler, bzw. dem Reichsführer SS, Heinrich Himmler, direkt unterstellt. Die Waffen-SS ist etwas anderes als die SS, die im Auftrage Hitlers den Holocaust logistisch vollzog. An allen Fronten waren diese Einheiten berüchtigt und wegen ihrer fanatischen Kampfweise gefürchtet. Sie wurden als Feuerwehr an allen möglichen Brennpunkten angesetzt und hatten gegenüber der Wehrmacht die modernere Ausrüstung und die bessere Versorgung.
Viele Kriegsverbrechen gehen auf das Konto der Waffen-SS, Gnade hatte der Gegner nicht zu erwarten, besonders nicht, wenn es sich um Partisanen handelte. Da erschoss man Geiseln oder radierte als Vergeltungsmaßnahme ganze Orte aus, z.B. in Italien, Frankreich oder in Russland, wo der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion tobte. Bekannt geworden sind auch die Erschießungen von amerikanischen Kriegsgefangenen während der Ardennenoffensive 1944. Bei der Verteidigung in der Schlacht um Berlin kämpften Angehörige der Waffen-SS bis zuletzt.
In ihren Reihen waren viele Freiwillige aus etlichen europäischen Ländern, so aus den baltischen Ländern, aus Belgien, Frankreich oder Norwegen. Geriet ein SS-Mann in die Gefangenschaft, so hatte er gerade an der Ostfront oder im besetzten Serbien nichts mehr zu erwarten, denn die Brutalität und Gnadenlosigkeit hatte den Zorn bis aufs Letzte gereizt.

Kriegsmarine

Kreuzer Leipzig
Kommandobrücke Torpedoboot

PK-Propagandakompanie

PK-Berichterstatter waren dem Propagandaministerium unterstellt und damit Minister Goebbels. Sie waren an allen Brennpunkten der Front im Einsatz und tippten Berichte vom Kampfgeschehen in die Schreibmaschine. Auftrag war es, das Lesepublikum an der Heimatfront mit geschönten Darstellungen zu versehen, die vielfach an der Wirklichkeit vorbei gingen. So etwa musste der Eindruck zwangsläufig entstehen, dass der Krieg einfach ist, dass es Spaß mache, die Feinde zu erledigen und dass die russischen Soldaten und Gefangenen Bestien und Untermenschen sind. PK-Berichterstatter berichteten in den Jahren von 1939-1942 von unerhörten Siegen und den glorreichen Taten unserer Truppen. Später dann musste von tapferen Abwehrkämpfen erzählt werden und hauptsächlich von Leistungen einzelner Kämpfer. Als Beispiel möge Erich Hartmann dienen, der mit 352 bestätigten Abschüssen feindlicher Flugzeuge erfolgreichster Jagdflieger des Weltkrieges wurde. Bis zum Schluss wurde die Mär aufrechterhalten, dass der Endsieg bevorstehe.

nach dem Stukaangriff auf eine Sowjetkolonne...
„Vernichtend war die Wirkung der deutschen Waffen. Anschaulich zeigt diese Aufnahme, mit 
welcher Wucht der Feind angegriffen und zerschlagen wurde.“ 

(PK.-Knödler-PBZ.)

Verabschiedung der spanischen blauen Division an die Ostfront
„Die Disziplin der deutschen Truppen ist mustergültig, die Organisation des Nachschubs
hervorragend.“ 

(PK.-Welle-PBZ.)

russische Kriegsgefangene 1941 nach einer Kesselschlacht
„Man braucht nur in diese brutalen, verzerrten Gesichter zu schauen, um zu wissen, was der
Bolschewismus in Wahrheit ist, personifizierte Haßgier und kulturschänderisches 
Unterweltlertum.“ 

(PK.-Bauer-PBZ.)

motorisierter Vormarsch im Osten
„Flammen und Rauch sind die Wegweiser der bolschewistischen Flucht. Unsere motorisierten
Kolonnen bleiben dem zurückflutenden Feind dicht auf den Fersen.“

(PK.-Tannenberg-PBZ.)

Abschuss eines Russenpanzers
„Glücklich über den Erfolg drückt der Geschützführer seinem Richtkanonier die Hand. Der
Sowjetpanzer ist tödlich getroffen, die Straße für den weiteren Vormarsch frei.“ 

(PK.-Leßmann-PBZ.)

Kurze Rast auf dem Vormarsch
„Europa marschiert gegen den Bolschewismus.“ 

(PK.-Harren-PBZ.)

lettische Kapelle spielt deutschen Soldaten auf
„Überall im Osten wurden die Deutschen als Befreier jubelnd empfangen.“ 

(PK.-Schröter-PBZ.)

vom GPU gefolterte und ermordete Ukrainer
„Kein Zweifel: Bolschewismus ist reines Verbrechertum!“ 

(PK.-Franke-PBZ.)

besetzte englische Kanalinsel
„Deutsche Soldaten halten Wacht! Hier eine Küstenwacht auf den englischen Kanalinseln. Nicht die geringste Bewegung des Feindes entgeht ihrem scharfen Auge.“ 

(PK.-Gregor-PBZ.)

Fernkampfgeschütz feuert über den Kanal auf England
„Geschütze – Feuer! Deutsche Fernkampfgeschütze feuern nach England.“ 

(PK.-Hassert-PBZ.)

PK-Propagandakompanie-Berichterstatter mit Schreibmaschine-Ostfront

PBZ = Pressebildzentrale


Quelle: 1942-Der Nürnberger Kalendermann-Das Jahrbuch für die deutsche Familie


















Luftwaffe

Jagdflieger

Jagdflieger Oberstleutnant Mölders Hauptquartier Göring-Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz

Jagdflieger kämpfen am Himmel mit dem Gegner um die Luftherrschaft. Neben Mölders ist Erich Hartmann der erfolgreichste Pilot der deutschen Luftwaffe gewesen. Der Mann, der 1993 starb, hat 352 bestätigte Abschüsse und diese militärische Leistung ist bis heute unerreicht. Hartmann, der 1942 seinen ersten Abschuss an der Ostfront erzielte, war für seine Techniken berühmt. Er flog den Gegner bis auf kurze Distanz an, was ganz großen Mut erforderte und natürlich auch Überwindung der eigenen Angst, und betätigte dann die Bordwaffen. Im Gegensatz zu anderen Piloten, die oft aus großer Entfernung vorbeischossen, benötigte er nur ein Minimum an Munition. Er ist mehrfach im Führerhauptquartier bzw. auf dem Berghof ausgezeichnet worden und besaß das Ritterkreuz mit Brillanten. Als er nach dem 20.7.1944 dort sein Koppel mit Pistole ablegen sollte, weigerte er sich. Dann ließ man ihm mit Zustimmung des Führers zu demselbigen. Am 8.5.1945 ging er nach Zerstörung des Jagdgeschwaders in amerikanische Gefangenschaft und die Amis lieferten ihn an die Sowjets aus. 10 Jahre war er bei den Russen gefangen, ehe er 1955 nach Hause konnte. 1949 wurde er mit 25 Jahren bedacht, weil er angeblich eine Brotfabrik beschossen habe sowie Zivilisten getötet hätte. Er trat in den Hungerstreik und die Sowjets bedachten ihn mit einer Art Zwangsernährung, man konnte den erfolgreichsten Jagdflieger der Welt nicht einfach verrecken lassen. Seine Mutter schrieb an Stalin mit der Bitte, ihn freizulassen, vergebens. Man wollte ihn ködern, indem man ihm anbot, am Aufbau der DDR-Luftwaffe mitzuwirken. Er blieb standhaft. Nach seiner Entlassung als Kriegsgefangener half Hartmann mit, die Luftwaffe im Westen Deutschlands zu etablieren. Bis heute ist „Bubi“ Hartmann ein Idol, der auch zu der Erkenntnis gelangte, dass Krieg das Letzte ist.

Luftterror

Suchscheinwerfer Flak
„Pausenlos griffen unsere Kampfflugzeuge die Plutokrateninsel an.
Wahre Wolkenbrüche von Bomben gingen über den englischen Industriestädten nieder.
Ein Hafen nach dem anderen, ein Flugplatz nach dem anderen, ein Industriewerk nach dem anderen wurde vernichtet, ´coventriert`.
Nie noch hatte England die Schrecken eines modernen Krieges im eigenen Lande erlebt. 
Nun erlebte es den Krieg in seiner bedrohlichsten Form. Schon am 27. September 1940 hatte London seinen 200.
Luftalarm zu verzeichnen. Es kam so, wie es der Führer den Briten angedroht hatte.
Jede feindliche Bombe auf deutsche Städte wurde hundertfach vergolten. Tag für Tag,
Nacht für Nacht griff unsere Luftwaffe an. Und sie traf ihre Ziele haargenau. Keine Abwehr vermochte sie daran zu hindern.“

Quelle: Der Nürnberger Kalendermann 1942-Das Jahrbuch für die deutsche Familie

Mit „coventrieren“ ist gemeint, dass eine Stadt, siehe Coventry 1940, ausradiert wird. Doch was 1942 geschrieben steht in einem Kalender, ist bereits Geschichte. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gros der deutschen Luftwaffe an der Ostfront. Nun sind es Briten und die USAF, die den Luftterror nach Deutschland trugen. Überall mussten nun Flakstellungen errichtet werden. Jugendliche wurden als Flakhelfer eingezogen. Im Unterschied zu den Deutschen hatten die Alliierten die absolute Überlegenheit an Material. Zwar stiegen deutsche Nachtjäger zur Luftverteidigung auf, aber es waren im Endeffekt nur Nadelstiche. Suchscheinwerfer versuchten, die Ziele am Himmel sichtbar zu machen, wenn einmal feindliche Flugzeuge im Anflug auf das Reichsgebiet waren. War Alarm gegeben und die Sirenen heulten, begab sich die Bevölkerung in Luftschutzräume, Keller und Bunker. Erst wenn Entwarnung von der Sirene kam, d.h. mit gleichbleibenden lautem Ton, konnte man aufatmen, der Angriff war vorbei. Ab 1944 verschossen die Deutschen die „V-Waffen“ auf England. V steht für Vergeltung, aber die „Wunderwaffen“ änderten den Kriegsverlauf nicht mehr. Stattdessen sank eine deutsche Großstadt nach der anderen in Schutt und Asche. Nachts bombten die Engländer, tagsüber griffen amerikanische Flugzeuge an.

Anmerkung: Göring hatte geprahlt, er woll Meier heißen, wenn auch nur ein feindliches Flugzeug über Deutschland erscheinen würde.....


„Nordamerikanische Terrorflieger warfen am Tage Bomben auf Orte in Oberschlesien und Südostdeutschland. In der Nacht führten die Briten unter Verletzung schweizerischen Hoheitsgebietes einen besonders schweren Angriff gegen die Innenstadt von München. Es entstanden erhebliche Schäden in Wohngebieten, an vielen Kulturbauten und anderen öffentlichen Gebäuden, darunter mehreren Krankenhäusern. Andere Verbände warfen eine große Zahl von Bomben auf Ulm. Auch der rheinisch- westfälische Raum war das Ziel weiterer feindlicher Luftangriffe. Luftverteidigungskräfte schossen 36 anglo- amerikanische Flugzeuge, darunter 24 viermotorige Bomber, ab.“


Anmerkung: Die allierten Luftstreitkräfte hatten in jenen Tagen längst über Deutschland die Luftherrschaft errungen. Die Deutschen konnten sich nur mit Hilfe der Flak und zahlenmäßig unterlegenen Jagdstaffeln zur Wehr setzen. In der Nacht griffen die Engländer an und tagsüber flog die USAF ins Reichsgebiet ein. Hauptleidtragende waren die Zivilisten sowie junge und meist unerfahrene Jagdflieger, die so verheizt wurden. Danke an dieser Stelle für das Annaberger Tageblatt, das mir Lena Neubert zur Verfügung gestellt hat.

Luftabwehr

















Ari

am Geschütz
Unterstand Ari

Oberbefehlshaber der Wehrmacht

Generalfeldmarschall von Blomberg-Oberbefehlshaber Wehrmacht bis 1938

Von Blomberg musste 1938 gehen. Adolf Hitler übernahm und war nun Oberbefehlshaber der Deutschen Wehrmacht.

Die Schützenschnur

mit der Schützenschnur

Verliehen wurde die Schützenschnur für gute Ergebnisse beim Schießen. Als Zusatz gab es dann die so genannten Eicheln. Zu DDR-Zeiten sah sie genauso aus wie damals. Auch ich bin Besitzer dieser Auszeichnung.







Feldpost

Weihnachten im Felde

Feldpostbriefe

Bautzen, den 30.11.1943

Meine liebe gute Brigitte! 

An Deinem heutigen 9. Geburtstag wünsche ich Dir alles Gute. Der liebe Gott möge mit Dir sein.
Sei weiter recht fleißig und folgsam. Bereite uns immer Freude. Vergeß nicht das Beten. 
Bitte den lieben Gott, daß er deinen Vati beschützen möge. Auch ich muß wieder nach Rußland, um Euch zu schützen vor den grausamen Russen.
Ich freue mich schon auf die schöne Zeit, wenn ich wieder ganz bei Euch sein kann. 
Grüße unsere gute Mutti und Rüdiger und sei anch Du herzlich gegrüßt von Deinem lieben Vatel.
Gott schütze Dich!  


Anmerkung: Meine Mutti hat in einer Pappschachtel ihre Schätze aufbewahrt,
darunter diesen Brief ihres Vaters in einem Umschlag mit der Aufschrift „Erinnerungen“.
Als Kind habe ich das irgendwann mal geöffnet  und nun ruhte es viele Jahre im Bücherschrank meiner Oma. 
Ich habe lange überlegt, ob ich das wieder zum Leben erwecke. Dann kam mir in den Sinn,
was wohl eines Tages jemand mit den Heiligtümern von einst macht, wenn ich nicht mehr bin und das behüten kann.
Wird es weggeschmissen werden, oder gelangt es in einen Trödelladen und dann in fremde Hände?
Ich will auf alle Fälle, dass die Nachwelt weiß, wie die einfachen Menschen durch diesen
elenden Krieg gelitten haben. Meine Mutter hat ihren Vati, Max Richter aus Frauenstein, sehr geliebt.........


Ostfront, den 9. Mai 1944

Meine liebe Brigitte und Rüdiger! 

Gestern Abend erreichte mich Euer lieber Brief und Karte. Die Freude war riesengroß.
Habt herzlichen Dank. Ich freue mich, daß Ihr noch gesund seid. Auch mir geht es noch sehr gut. 
Ich freue mich schon auf den nächsten Urlaub. Spielt weiter recht schön.
Wir spielen dann wieder „Mensch ärger dich nicht“, „Dame und Lotto“. Das wird aber schön werden.
Folgt Mutti recht gut! Seid weiterhin recht fleißig in der Schule. Helft Mutti im Garten mit! 
Betet fleißig, dann beschützt mich auch der liebe Gott.
Wie war es denn in Freiberg? Bald wird der Krieg zu Ende gehen, dann bin ich wieder ganz bei Euch.
Grüßt bitte Mutti und seid auch Ihr ganz herzlich gegrüßt von Eueren guten lieben Vati.
Gott mit Euch! Auf Wiedersehen, wenn der Krieg aus ist,
dann bringt Euch der Storch noch ein Brüderchen und ein Schwesterchen.     


Anmerkung: Es war der letzte Brief von Max Richter an die Beiden.
Am 22.6.1944 begann die russische Großoffensive gegen die Heeresgruppe Mitte,
die Verluste waren auf deutscher Seite riesig. Leutnant Max Richter fiel am 27.6.,
der Kompaniechef konnte erst am 20.7.1944 den Verlust seiner Frau mitteilen.
Das Lesen der paar Zeilen löst bei mir immer wieder tiefe Trauer aus und vor allem Wut auf die,
die diesen Krieg unbedingt wollten. Vielleicht gelingt es in absehbarer Zeit,
die  sterblichen Überreste meines Großvaters in Weißrussland zu bergen und umzubetten.........

Orden und Ehrenzeichen Drittes Reich 1933-1945

Besitzzeugnisse

Die hier aufgeführten Auszeichnungen machten übrigens ein so genanntes `Frontschwein` aus, was auch sichtbar gemacht wurde durch das Tragen an der Uniform. Auf Heimaturlaub löste das Sehen der Auszeichnungen Respekt und Bewunderung aus, auch wenn niemand eine wirkliche Ahnung davon hatte, was dazugehörte, um die Orden zu erhalten. Danke an Familie Mehner aus Krumhermersdorf und an Franzi, die mir das mitbrachte.


Alliierte

Warschau-Schild

„Warschau- Schild vom Führer gestiftet. Der Führer hat zur Erinnerung an die heldenhaften Kämpfe in Warschau einen Warschau- Schild gestiftet als Kampfabzeichen für alle, die in der Zeit vom 01.08. bis 02.10. 1944 an den Kämpfen in Warschau erhrenvoll beteiligt waren. Die Verleihung vollzieht im Namen des Führers SS- Obergruppenführer und General der Polizei von dem Bach. Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht ist beauftragt, die Durchführungsbestimmungen zu erlassen.“


Anmerkung: Angesichts der vorrückenden Roten Armee hatte sich Warschau gegen die deutschen Besatzer erhoben, doch Stalin war kein Freund der Polen, sodass der Aufstand blutig niedergeschlagen wurde. Schon im Jahr zuvor hatten sich die Juden im Ghetto zur Wehr gesetzt, denn es standen Deportationen in die Vernichtungslager unmittelbar bevor.

Mahnmale

Großen Dank an Jonas Köhler aus dem Neigungskurs Geschichte für die Fotos!!!

Heimkehr

Heimkehr

Während und zu Ende des Krieges gerieten um die 11 Millionen Männer in Gefangenschaft. Manch einer kam nach nur wenigen Monaten heim, 10000 mussten bis 1955 auf ihre Freilassung warten. Nach der Heimkehr war die Wiedereingliederung in die Gesellschaft aufgrund des Erlebten schwierig. Nicht selten hatte eine Frau ihren Mann für tot erklären lassen und wieder geheiratet. Der Neuanfang war im zerstörten und vom Hunger geplagten Deutschland schwierig. Für die eigenen Kinder war man ein Fremder geworden, an den man sich erst wieder gewöhnen musste. Trotzdem lässt sich sagen, dass alle froh waren, dass der Krieg vorbei war und dass man wieder in der geliebten Heimat war, obwohl es schon ein Unterschied ist, ob man in die Westzonen ging oder in die Russenzone, aus der die DDR 1949 wurde.

Zeitzeugen erzählen von damals

Am 27. August 1930 wurde diese Zeitzeugin geboren. 9 Jahre später brach der 2. WK aus und somit begann die Schlacht und sie erzählte mir, was passierte, als sie 9 Jahre alt war. Sie lebte vorher in Chemnitz und war mit ihren Eltern (am 14.2.*) im Bunker um dort Schutz ein zu nehmen, denn da wurde Chemnitz bombardiert. Als sie früh am Morgen (den 15.2.*) aus dem Bunker hervor kam war der Schnee nicht mehr weiß sondern kohlrabenschwarz durch die Einschläge der Bomben. Im Frühjahr bei schönem Wetter sah man die Flieger vorbeifliegen. Das DKK-Werk in Scharfenstein wollten sie bombardieren und die Brandbomben wurden im Ort abgeworfen. In Scharfenstein, wo jetzt der Sportplatz ist, waren lauter Baracken mit sehr vielen Kriegsgefangenen. Da es im Krieg nicht sehr viele Lebensmittel gab, mussten sie mit Karten bezahlen, sodass man nicht hamstern konnte. Die Lebensmittelkarten wurden verteilt und nach dem Weltkrieg wurde dann richtig gehamstert. Erst in 4 Wochen gab es 300g Butter und auch nicht viele Lebensmittel. Von den Feldern holte man Sauerlump und machte daraus eine köstliche Suppe. Selbst beim Bauern waren sie, um Textilstrümpfe und Getreide zu holen, um daraus auch Suppe zu machen. Die Belastung war groß, das Essen zu suchen, weil sie kaum Geld hatten. Dann im Winter fror man und es gab kaum Kleidung, also musste man selbst Kleidung schneidern. Die Zeitzeugin holte in der Strumpffabrik Rinnen, um daraus ein Kleid zu schneidern. Nach dem Krieg wurde das DKK-Werk in Scharfenstein von den Russen ausgeräumt und alles nach Russland verschleppt. Die Zeitzeugin berichtete: „ Es waren zwar wenige, aber es waren Russen, die in Villen und Geschäfte gegangen sind und dort Lebensmittel, Sofas, Radios, etc. mitnahmen!!!! Doch nie waren sie bei uns, denn sie wussten wahrscheinlich, dass wir arm waren!! Und so half es uns Mädchen/Frauen zu überleben!!! Denn in Grießbach wurden sehr viele Frauen vergewaltigt und haben es nicht überlebt, außer meine Freundin, die jetzt fast so alt ist wie ich…“ Ich habe die Zeitzeugin befragt, ob sie sehr Angst hatte um ihr Leben und deren Eltern. Sie beantwortete die Frage ziemlich kurz und schnell: „ Wir hatten Angst, weil wir ja nicht wussten, was passierte, ob doch eine Bombe auf uns trifft oder nicht, aber Gott half uns, denn ich betete immer zuvor, als ich ins Bett ging.“ Dann befragte ich sie erneuet, ob sie dadurch körperliche Schäden oder schlechte Erinnerungen oder sogar was verloren hat. Sie antwortete gelassen darauf: „ Ich war da noch jung und persönlich hatte ich keine schlechte Erinnerungen, da wir es schnell vergessen konnten durch das Alter…“, sie erzählte noch: „ Wenn meine Familie und ich in einer Stadt gelebt hätten, wäre es schrecklicher gewesen als auf unserem Dorf Scharfenstein. Verloren haben wir zum Glück nichts! Aber nachts sind wir meistens, wenn es wieder Bomben „regnete“, in den Hauskeller gegangen, um dort Schutz zu suchen.” Im Grunde hat die Zeitzeugin nichts Schlechtes erlebt, „Weil es doch manchmal interessant war.“, meinte sie. Auch früher musste man zur Schule gehen, egal ob Weltkrieg war oder nicht. Viel Politik und über der SS haben sie gutes in der Schule gelernt, sie wurde nie so richtig verteufelt, weil es sich keiner getraut hat. Als die Zeitzeugin 15 Jahre alt war, war der 2. Weltkrieg fast vorbei. Im Februar musste die Schule abgebrochen werden, denn der Feind kam ins Land. Dann im Mai endlich nahm der Krieg ein Ende… Die Zeitzeugin ist nun 83 und hat sehr viel erlebt. Sie musste alleine durch dick und dünn gehen. Im Krieg mit dem Zug fahren, wo auch Russen mit zustiegen, um für ihre Eltern und sich etwas zu essen zu holen, denn die Eltern waren pflegebedürftig. Sie spricht viel darüber und selbst dieses Thema hat mich interessiert und ich war begeistert, dass sie noch so viel erzählen konnte, auch wenn bestimmte Stellen für sie nicht einfach waren.

Das war mein Bericht über diese Zeitzeugin, ich hoffe es hat sehr viel Interesse geweckt und wenn Sie Fragen noch haben, dann melden Sie sich. Ich wünsche Ihnen eine frohe und besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014.

Mit freundlichen Grüßen Swenja´ Arnhold, Kl.10b

Zeitzeugenbericht - Flucht und Vertreibung –

Februar 1945

Ich kann gar nicht genau sagen, wie viele Flüchtlingstrucks aus dem Osten,
an diesem Tag durch unser Dorf fuhren.
Es waren unzählige und für meine Mutter und mich ein sehr seltsames Gefühl, denn wir wussten,
dass es nicht lange dauern würde, bis sie bei uns waren… Eine Bauersfamilie fragte uns an diesem Tag,
ob sie eine Nacht bei uns bleiben könnten. Die Frau des Bauern war hochschwanger und
wir hatten diese Leute zuvor noch nie gesehen. Doch meine Mutter und ich haben zugesagt,
denn wir konnten sie nicht einfach so weiterschicken. Kurz nachdem sie da waren,
setzten bei der Frau die Wehen ein. Ich bat sie, sich in mein Bett zulegen.
Es war die erste Geburt, die ich in meinem Leben miterlebt habe.
Stundenlang hatte die Frau Schmerzen und quälte sich und wir alle wussten,
dass etwas nicht stimmen konnte. Ich wusste weder ihren Namen, noch was aus ihr geworden ist,
doch sie hat mir eine große Erfahrung geschenkt, an die ich mich nicht sehr gern zurück erinnere.
Ungefähr eine Stunde nach Mitternacht war endlich das Baby da, doch es schrie nicht, es war tot.
Früh am Morgen brachte die Frau ihr totes Kind zur Kirche, damit sie es noch beerdigen konnten.
Doch sie mussten weiterziehen, denn man konnte die Front schon deutlich lauter hören...

Kurze Zeit später wurde mein Vater in den „Volkssturm“ einberufen.
Das war sozusagen Hitlers letztes Angebot. Alles alte Männer,
die eigentlich schon längst aus dem Wehrdienstalter heraus waren, sowie Kinder ab 14 Jahren.
Diese Truppe sollten mit Panzerfäusten und ein paar Gewehren bewaffnet noch die Russen aufhalten,
die mit Elitetruppen und unzähligen Panzern aus dem fernen Osten gen Westen stürmten.
Weit entfernt hörte man nun ein ständiges Rumpeln, welches immer näher kam. Es war aber kein Donnern,
sondern all diese vernichtenden Geräusche kamen von der russischen Armee.

Nun war die schlimmste Zeit angebrochen. Die Anordnung zum Aufbruch und
Räumung der Häuser war gekommen. Wir wurden in zwei Gruppen sortiert:
Wer hat Angehörige im Westen und der Mitte Deutschlands und wer nicht.
Das Packen von wichtigen Unterlagen, Sachen, sowie anderen wertvollen Dingen war eine furchtbare Situation.
Was braucht man, oder was kann man hier lassen? Sich von Dingen zu trennen,
die einem lieb und teuer waren, war das Schwerste von allen.

Den Lügen und Phrasen, dass man bald wieder zurückkommen konnte, wurde sowieso nicht geglaubt.
Der Abschied von unserem zu Hause war sehr, sehr schwer und meine Mama war bald am Ende ihrer Kräfte.
Die Sorgen um ihren geliebten Sohn Heinz, von dem wir schon 4 Monate keine Nachricht mehr bekommen hatten und
meinem Vater, der zum Volkssturm einberufen wurde. Doch wir konnten nicht noch länger warten,
wir mussten die Heimat verlassen...

Das Gewühle und Gedränge am Bahnsteig war eine einzige Katastrophe, dazu noch unser Gepäck.
Doch wir konnten es ja auch nicht irgendwo stehen lassen. War man dann schon irgendwie mal im Wagen und
der Zug setzte sich langsam in Bewegung, war auch schon wieder mit Fliegerangriffen zu rechnen.
So quälte sich der Zug langsam und mit vielen Halten Dresden entgegen.
Es war ja auch nicht der Einzige Sonderzug,
oft waren viele Gleise verstopft oder durch Bomben in der letzten Nacht zerstört.

Wie viele Nächte ich mit meiner Mutter in diesen Zügen zugebracht habe,
kann ich heute leider nicht mehr genau sagen. Es waren jedenfalls grausame und
schreckliche Stunden, ausgefüllt mit dem ständigen Weinen der Kinder und
Erwachsenen teils aus Angst oder Hunger. Auch gab es des Öfteren Fliegeralarm,
denn eine Abwehr im westlichen Deutschland gab es schon lange nicht mehr. 

Endlich wurde Dresden erreicht und es musste wieder umgestiegen werden.
Keiner konnte uns jedoch sagen, wie und wann wieder ein Zug nach Chemnitz abgehen würde.
Auf den Bahnsteigen waren viele Strohballen verteilt, damit darauf viele Flüchtlinge nächtigen konnten.
Es waren Hunderte, die vollkommen erschöpft und übermüdet waren.
An viel Schlaf war dabei nicht zu denken. Es war auch nicht der Lärm allein,
vor allem aber die Angst, dass eventuell noch ein Koffer oder eine Tasche gestohlen werden könnte.
Wir hielten unsere Sachen fest in der Hand und passten gut darauf auf.
Endlich kam dann der Ausruf für die Flüchtlinge zu einem Zug nach Chemnitz,
der auch darauf am Tag sein Ziel erreichte. Der Zufluchtsort in dieser Stadt, war bei meiner Oma.

Die Freude war sehr groß, als wir endlich unsere Verwandten erreichten und
in einem intakten Heim etwas Kochen und Essen konnten.
Die lange und gefährliche Anfahrt bis Chemnitz war eine einzige Katastrophe gewesen.
Unsere Gastgeber waren auch sehr erfreut über unser Eintreffen,
da sie auch lang von uns nichts mehr gehört hatten. So aber haben wir alle zusammen in der Hölle des Krieges,
der Flucht und der Bomben ein paar glückliche Stunden verbringen können.
Jedoch sollte unser Glück nicht so lange anhalten,
denn die Bombenangriffe auf Chemnitz wurden von Tag zu Tag schlimmer.
Es kamen Nacht für Nacht immer mehrere Wellen der feindlichen Bomber und
sie luden ihre tödliche Last über der Stadt ab.
In diesem Asyl erlebten meine Mama und ich die schlimmsten Bombenangriffe überhaupt.
Nacht für Nacht und auch am Tag gab es Alarm. Rein in den Keller und Stunden danach wieder raus.
Wir hatten den Sinn für Zeit und oben und unten verloren. Wir saßen immer wieder im Keller und
warteten sehnsüchtig auf Entwarnung. Da gab es eine laute, unbeschreiblich starke Detonation.
Alle im Keller schrien durcheinander und hielten sich vor Angst umklammert.
Durch den Druck wurden die Verschlussdeckel der Essen herausgerissen.
Die Rissverteilung an den Wänden und Decken, war so gewaltig, dass wir uns nicht mehr erkennen konnten.
Ohne Entwarnung verließen wir fluchtartig den Keller, da ein Atmen nicht mehr möglich war.
Oben angekommen lagen viele Trümmer auf der Straße, das Haus – unsere neue Bleibe – war stark getroffen.
Meine Oma konnte von unten aus in jeden Raum bis in den letzten Stock sehen,
die ganze Außenfront war weggesprengt. Nun hatte meine Oma das zweite Mal ihre Bleibe verloren.
Wegen Einsturzgefahr des Hauses mussten sich Omas Großeltern bei Bekannten noch eine neue Bleibe suchen.
Meine Oma entschied sich nun mit ihrer Mutti nach Lengefeld ins Erzgebirge zu ziehen, zu ihrer Oma väterlicherseits.

Nun musste dringend ein Zug gefunden werden, der ins Erzgebirge fuhr.
Irgendwann konnten wir einsteigen und kamen mit vielen Unterbrechungen durch Fliegerangriffe endlich in Rauenstein an.
Nun hatten wir erneut eine Bleibe gefunden und somit vorerst ein Dach über dem Kopf,
was leider nicht mehr ganz dicht und an manchen Stellen eingesenkt war.
Wir mussten laufend unsere Betten, Eimer und Schüsseln umstellen.
Das alles konnte uns kaum erschüttern, denn wir waren noch Schlimmeres gewöhnt.
Die in Chemnitz erlebten und verheerenden Bombenangriffe hielten uns auch hier nicht auf.
Alarm gab es nicht mehr an jedem Tag, aber in einem Keller brachte uns niemand mehr.
In aller Trostlosigkeit kam endlich ein freudiges Ereignis,  mein Vater war endlich wieder da.
Er hatte uns nach langem Suchen gefunden. Die Freude bei uns allen war unbeschreiblich.
Doch das Einleben in unserer neuen Heimat war sehr lang und beschwerlich.

Immer wenn ich mich in der Essensschlange angestellt hatte, hörte ich von allen Seiten,
dass wir Flüchtlinge ja die Frechheit besäßen, dass Essen den anderen wegzufressen.
Doch wo sollten wir hin? Wir mussten doch irgendetwas essen und unseren Hunger stillen.
Aus Oberleschen waren wir geflohen und in Lengefeld  angekommen, das heißt, dass es unser Land war,
in dem wir immer noch waren. Ausländer waren wir nicht!
Heutzutage wird in unserem Staat jeder angenommen und bekommt sogar noch einen Job.
Ich bin sehr froh darüber, dass sich unsere Gesellschaft in dieser Hinsicht so weiterentwickelt hat,
auch wenn es für uns sehr ungerecht erscheint.

Auch für meine Mutter war das Einleben sehr schwer. Sie war eine hoch angesehene Persönlichkeit in Oberleschen.
Ihr Mann, also mein Vater war Prokurist in einer großen Fabrik.
Wir hatten ein gutes Leben und von dem einen auf den anderen Tag, war dieses Dasein einfach weg.
Wir waren ein niemand, in einer fremden Umgebung und dazu nicht einmal willkommen.

Ich bin sehr froh darüber, wie sich die Menschen in den letzten 70 Jahren entwickelt haben und glücklich,
dass die heutige Jugend so etwas nicht miterleben muss. Mir graut es bei dem Gedanken, dass meine Enkel,
so einen Krieg miterleben müssten.

Zeitzeugenbericht zum Thema:

Flucht und Vertreibung sowie der Einzug der Russen in Deutschland 1945
Felix Hildebrandt

Zeitzeugen: Mariane Bergelt (Heimatort: Lengefeld, damals 4 Jahre alt)
Albin Walter Rolf Bergelt (Heimatort: Lauterbach, damals 8 Jahre alt)


1. Wie flüchteten deutsche Soldaten, nachdem die Grenze im Osten aufgebrochen war?

Albin:

Oft suchten die Soldaten Bauernhöfe auf, um entweder Unterschlupf für eine Nacht zu suchen,
um Essen zu betteln oder wie es am häufigsten der Fall war:
um ihre Kleidungen zu tauschen, um nicht so schnell erkannt zu werden.
Danach ging es schnell weiter in den Wald. Oft, wenn ich damals im Garten spielte oder der Mutter half,
fielen mir Soldaten auf, die an den Waldrändern hinter einem großen Feld vorbeischlichen.
Die Maschinengewehre, die sie mittrugen, waren natürlich am auffälligsten.
Nachdem die Russen die Stellung im Umkreis Marienberg sowie hier bei uns in Lauterbach aufgenommen hatten,
patrouillierten auch sehr viele Russen um und in den Wäldern hinter unserem Haus,
um deutsche Soldaten aufzuspüren. Auch sehr viele Tiefflieger waren regelmäßig auf der Suche nach deutschen Soldaten.

Mariane:

Ich bekam nichts von deutschen Soldaten mit, ich war noch zu klein und musste meist im Haus bleiben.


2. Welche Maßnahmen trafen sie im oder am Haus, nachdem es hieß, dass Russen in das Land strömen würden?

Albin:

Wir suchten zunächst Gläser, die man fest verschließen konnte.
Darin legten wir alle kostbaren Sachen, die wir besaßen. Unter anderem legten wir Uhren,
Ketten und kleine Erbstücke hinein. Nachts, wenn alles schlief,
ging ich und meine Mutter in den Garten und vergruben zwei solcher Gläser an verschiedenen Stellen.

Mariane:

In unserer Familie schwärzten wir alle Fenster über dem 1. Stock. So konnte man von außerhalb nicht sehen,
ob Licht brannte. Außerdem legten wir alte Matratzen in den Keller, für den Ernstfall.
Essen konnten wir nicht lagern, da wir ja damals selbst nichts hatten.


3. Was bekamen Sie schon vor dem Einzug der Russen von diesen mit?

Albin:

Überall hieß es, dass die Russen mit großen Geschützen und vielen Panzern ein-marschieren würden.
So hatten wir auch alle Angst, jedoch flüchteten wir nicht. Wir blieben daheim.
Das Erste, woran ich mich noch erinnern konnte, war ein Flugzeugabsturz.
Ein Tiefflieger ist mit einem Triebwerkschaden abgestürzt. Das Wrack befand sich im Pockauer Wald.
Es kamen viele Leute dort hin und inspizierten das zerstörte Flugzeug.
Auch ich und meine Mutter wanderten zu diesen Stellen. Überall verteilt lagen Teile der Karosserie,
ich als kleiner Junge damals, hatte noch nie zuvor ein solches Flugzeug aus der Nähe gesehen.

Mariane:

Bis die Russen tatsächlich einmarschierten, merkten wir nichts von ihnen.
Lediglich russische Flugzeuge flogen über die Wälder, um deutsche Soldaten aufzuspüren und zu töten.
Sie hatten Maschinengewehre an Bord, die so wie ich es empfand,
einen schnell wiederholenden und wummernden Klang gaben.


4. Wie verhielten sich die Russen, als sie in Ihre Heimatorte kamen und was passierte weiterhin?

Albin:

Zunächst einmal umstellten die Soldaten Marienberg, danach erst alle Umkreise.
In den ersten Tagen hielten sie nur Stellung und quartierten sich bei uns ein.
Ein Soldat schlief bei uns auf dem Sofa und verhielte sich eher ruhig. Mir fiel auf,
dass Sie immer nach Alkohol rochen und auch sonst eher ungepflegt aussahen.
Nach ungefähr einer Woche begab sich der Soldat in ein anderes Haus.
Nun wurden sie jedoch habgierig und rücksichtslos. Es kann sein,
dass es in anderen Häusern schon früher so zuging, jedoch nicht bei uns.
Sie klauten alles was glänzte und funkelte. Immer wieder kamen Russen, die brüllten:
„Uri, Uri.“ Damit meinten sie natürlich die Uhren. Nicht wenige,
die ich vom Fenster aus beobachten konnte, hatten mehr als sechs goldene oder silberne Uhren an den Armen.
Auch klauten sie Fahrräder, Ketten und Besteck. Eines Tages hatten sie viel Fleisch ergattern können und
kamen zu uns. Sie fragten nach einem großen Topf. Wir hatten jedoch nicht das passende,
bis sie auf unseren Wäschebottich stießen. Sie überlegten erst gar nicht,
Werkzeug zu holen und diesen vom Boden abzumontieren,
sondern rissen ihn gemeinsam mit fünf anderen Personen aus dem Boden.
Genau so ungeschickt waren sie, als sie bei Nachbarn, die geflüchtet waren,
einen Wasserhahn sahen. Sie zogen ihn mit Kraft aus der Wand.
Am nächsten Tag gab es einen großen Aufruhr und alle fragten sich,
warum denn das Haus unter Wasser stand.
Nachdem der komplette Alkohol in den Häusern aufgebraucht war,
bedrohten sie mehrere Leute in der Lauterbacher Spirituosenfabrik.
Sie gaben klein bei und die Russen raubten den Alkohol.
An Nachmittagen lagen diese betrunkenen Soldaten im Gras und schliefen ihren Rausch aus.
Wenn deutsche Bürger nicht auf die Russen hörten, wurden sie ohne zu zögern umgebracht.
Einmal sah ich einen toten Mann auf einem Komposter, meine Mutter sagte,
ich solle nicht hinschauen. Auch Nachbarn verrieten andere Deutsche,
um einen guten Eindruck bei den Russen zu hinterlassen, so dass diese sie nicht umbringen würden.
Leute, die von anderen verraten wurden, brachte man ebenfalls um.
Am meisten lungerten Russen aber an Bauernhöfen herum, um Essen oder Pferde zum Reiten zu erbeuten.
Auch wir hatten damals zwei Pferde, die nachts gestohlen wurden. Aber man konnte nichts daran ändern,
und ich als kleiner Junge erst recht nicht.

Mariane:

In Lengefeld ging es fast genau so zu. Auch ich sah aus dem Dachbodenfenster,
wie zwei Russen in das Nachbarhaus wollten. Da es noch sehr früh war,
schliefen unsere Nachbarn jedoch noch und hörten das Klingeln an der Tür nicht.
Die Russen schossen die Tür auf und suchten die Besitzer auf. Ich hörte zwei Schüsse,
unsere Nachbarn wurden im Bett erschossen. Ein wenig später kamen die Soldaten aus dem geplünderten Haus.
Man sah es daran, dass sie vorher einen leeren Sack mitschleppten, beim Herausgehen jedoch einen vollen.
Auch im Schuhgeschäft wurden alle Waren durch eine zerbrochene Glasscheibe auf die Straße geworfen.
Wenn Soldaten mit alten Schuhen angeritten kamen, schauten sie nach ihrer Größe und tauschen diese.
Man hätte nichts dagegen unternehmen können, da man sonst erschossen wurde. Ich hörte zu späterer Zeit,
als ich schon älter war, auch von Vergewaltigungen, jedoch ist mir zu dieser Zeit nichts dergleichen aufgefallen.


5. Gab es Kriegsgefangene in Ihren Heimatorten die gefangengenommen wurden?

Albin:

Ja gab es. Gleich sechs Häuser unter uns in einer großen Scheune wurden sie gefangen genommen und mussten um ihr Leben betteln.
Es stank immer bestialisch, wenn das Tor an der Seite geöffnet wurden war, wo sie ihre Notdurft verrichten mussten.
Ich wollte mir nie vorstellen, unter welchen Bedingungen diese dort leben mussten. Eine Zeit lang,
schlief auch ein Offizier bei uns zu Hause. Er war für die Kriegsgefangenen zuständig.
Er kam immer erst sehr spät heim, und das auch nur,
wenn er in seinem betrunkenem Zustand noch den Weg bis zu uns fand.

Mariane:

Bei uns in der näheren Umgebung gab es keines solcher Lager.


6. Hatte sie bzw. ihre Familie damals vor zu flüchten?

Albin:

Nein, das war nie ein Plan bei uns. Wir blieben in Lauterbach und warteten langsam ab.
Nicht viele wagten es zu flüchten. Bomber hielten Flüchtende oft für deutsche Soldaten und schossen auf sie.
Man hörte immer wieder über Massen von Leichen.

Mariane:

Auch wir blieben in der Heimatstadt Lengefeld und hofften, dass wir lebend aus diesem Geschehen herauskommen würden.

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